Kölner Initiative kämpft gegen Überwachung und für soziale Sicherheit

Blanka Jessel
Blanka Jessel
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Eine Gruppe von Menschen hält ein Transparent mit der Aufschrift 'Rechte für alle Menschen Stoppt Polizeigewalt' auf dem Boden mit einem Straßenschild, einem Schild, Bäumen, Gebäuden mit Fenstern und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.Blanka Jessel

Kölner Initiative kämpft gegen Überwachung und für soziale Sicherheit

Eine neue Kampagne in Köln stellt sich gegen die ständige Ausweitung von Polizeipräsenz und Überwachung zur Bekämpfung von Kriminalität

Unter dem Motto "Sicherheit für alle" argumentiert die Initiative, dass mehr Kameras und Streifen nicht zu mehr Schutz führen – besonders nicht in Stadtteilen wie Kalk, die von Behörden seit Langem als "Kriminalitätsschwerpunkte" abgestempelt werden. Stattdessen setzen sich Aktivist:innen für soziale Unterstützung und nachbarschaftliche Solidarität als eigentliche Grundlagen von Sicherheit ein.

Die Kampagne startet zu einem Zeitpunkt, an dem Köln sein Überwachungsnetz weiter ausbaut: Bereits rund 106 feste Kameras sind im Einsatz. Kritiker:innen warnen vor unkontrollierter Gesichtserkennung durch KI, während der "Masterplan Kommunale Sicherheit" der Stadt vor allem Arbeiterquartiere wie Kalk und Ehrenfeld ins Visier nimmt. Aktivist:innen werfen der Politik vor, damit migrantische Communities und Obdachlose pauschal zu stigmatisieren – und verweisen auf jüngste Razzien in Betrieben mit Migrationshintergrund als Beispiel.

"Die aktuellen Maßnahmen zielen darauf ab, marginalisierte Gruppen zu kontrollieren, statt die eigentlichen Ursachen von Unsicherheit zu bekämpfen", sagt Elia Lorber, eine der Organisator:innen. Cuso Ehrich, ein weiterer Aktivist, zieht eine direkte Linie zu dem rassistischen Anschlag 2020 in Hanau, bei dem Hilferufe der Opfer ignoriert wurden. Die Kampagne betont: Überwachung und Polizeischikane hätten solche Gewalt nicht verhindert – im Gegenteil.

Stattdessen fördert "Sicherheit für alle" basisdemokratische Projekte wie "Kalk Solidarisch" oder das "Toni-Nachbarschaftszentrum", die durch Vernetzung Vertrauen aufbauen. Ihr Ziel ist es, Sicherheit neu zu definieren – nicht als Repression, sondern als soziale Absicherung: mit bezahlbarem Wohnraum, Gesundheitsversorgung und gegenseitiger Hilfe.

Die Herausforderung an Kölns Sicherheitsstrategie kommt zu einem Zeitpunkt, an dem nicht einmal offizielle Zahlen vorliegen, wie viele Kameras bis 2024 hinzukommen sollen. Während die Stadt weiter auf Polizei setzt, bestehen Aktivist:innen darauf: Echte Sicherheit beginnt mit starken Gemeinschaften. Ob ihr alternativer Ansatz – in Kalk und darüber hinaus – Fuß fassen kann, wird sich zeigen.

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