Das Ende der Frankfurter Rundschau: 50 Jobs gestrichen, Medienvielfalt bedroht

Susanne Bachmann
Susanne Bachmann
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Eine Schwarz-Weiß-Zeichnung der Stadt Köln, Deutschland, umgeben von kleineren Bildern und Texten, die die Geschichte der Stadt darlegen.Susanne Bachmann

Das Ende der Frankfurter Rundschau: 50 Jobs gestrichen, Medienvielfalt bedroht

Die Frankfurter Rundschau wird am 1. April 2026 endgültig eingestellt – so haben es die Verlage DuMont und Heinen Verlag beschlossen. Mit der Schließung wird die Redaktion aufgelöst, über 50 Arbeitsplätze abgebaut und die unabhängige Berichterstattung des Blattes endet. Journalistengewerkschaften haben die Entscheidung bereits scharf kritisiert und warnen vor den Folgen für die Medienvielfalt in Nordrhein-Westfalen (NRW).

Die Einstellung markiert eine radikale Wende für die Zeitung, die künftig auf Inhalte des Kölner Stadt-Anzeigers und der zentralen DuMont-Redaktion zurückgreifen wird. Rund 30 fest angestellte Mitarbeiter verlieren ihre Stellen, obwohl die Verlage 30 neue digitale Positionen schaffen wollen. Heinen Verlag hat "faire Abfindungsregelungen" für die Betroffenen zugesagt, doch die Gewerkschaften bleiben skeptisch, was die langfristigen Auswirkungen auf den Regionaljournalismus angeht.

Von der Schließung betroffen ist auch der leitende Reporter und stellvertretende Chefredakteur Daniel Überall, der erst vor etwa einem Jahr zur Rundschau stieß. Überall hatte gehofft, dort eine langfristige Karriere aufzubauen, und nannte das Blatt sein "journalistisches Zuhause". Nun hat er öffentlich bekannt gegeben, dass er nach einer neuen Position sucht – entweder im Journalismus oder in einem anderen Bereich –, vorzugsweise in Köln, dem Rheinland oder dem weiteren NRW-Raum.

In einem LinkedIn-Beitrag beschrieb Überall sich als "zutiefst betroffen" von der Schließung und verwies auf die Folgen für Kollegen, die Medienpluralität und seinen eigenen beruflichen Weg. Seine offene Stellensuche unterstreicht die wachsende Instabilität lokaler Redaktionen, während traditionelle Strukturen bröckeln.

Während die Verlage den Schritt als Modernisierungsmaßnahme darstellen, argumentieren Kritiker, dass damit die unabhängige Berichterstattung in der Region geschwächt werde. Die Rundschau hatte jahrzehntelang als eigenständige Stimme im Kölner Mediengefüge gegolten, doch ihre Inhalte werden bald in das größere DuMont-Netzwerk integriert.

Die letzte Ausgabe der Kölnischen Rundschau erscheint Anfang 2026 und hinterlässt eine Lücke in der NRW-Presselandschaft. Trotz der Schaffung von 30 digitalen Stellen bedeuten die über 50 Entlassungen und der Verlust redaktioneller Eigenständigkeit einen weiteren Rückschlag für den Regionaljournalismus in Deutschland – für Journalisten wie Daniel Überall und für die Leserschaft gleichermaßen.

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