Menden enthüllt Mahnmal für ermordete Sinti- und Roma-Opfer des NS-Regimes

Susanne Bachmann
Susanne Bachmann
2 Min.
Eine große Anzahl von rechteckigen Betonplatten in verschiedenen Höhen, die in einem Gittermuster auf einem geneigten Feld angeordnet sind, mit einer ernsten Atmosphäre, die das Holocaust-Mahnmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin, Deutschland, darstellt.Susanne Bachmann

Menden enthüllt Mahnmal für ermordete Sinti- und Roma-Opfer des NS-Regimes

Neues Mahnmal in Menden ehrt die Sinti- und Roma-Opfer der NS-Verfolgung

Die offizielle Einweihung des Denkmals findet am 9. März 2026 statt und schafft damit einen dauerhaften Gedenktag für diese Verbrechen. Die Feierlichkeit ist Teil der 750-Jahr-Feier der Stadt und krönt jahrelange lokale Bemühungen, diese tragische Geschichte anzuerkennen.

Den Anstoß für das Mahnmal gab eine Bürgerpetition, die eine stärkere Würdigung der 46 Sinti aus Menden forderte, die deportiert und im KZ Auschwitz-Birkenau ermordet wurden. Unter den Opfern befanden sich viele Mütter und 23 Kinder, darunter sechs Säuglinge und Kleinkinder, die von dem Lagerarzt Josef Mengele für grausame Experimente missbraucht wurden.

Die Einweihungsfeier beginnt um 17:00 Uhr mit einem Gottesdienst in der St.-Vinzenz-Kirche, geleitet von Pfarrer Jürgen Senkbeil. Mitwirken werden Schüler:innen der Initiative "augen auf!" sowie Viertklässler:innen der Anne-Frank-Grundschule. Im Anschluss folgt die feierliche Enthüllung des Denkmals auf dem Kirchplatz.

Bürgermeisterin Manuela Schmidt wird die Veranstaltung eröffnen und die Bedeutung des Mahnmals für die Erinnerungskultur Mendens betonen. Roman Franz, Vorsitzender des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma in Nordrhein-Westfalen, wird in einer Rede an die Verfolgung von 500.000 Sinti und Roma unter der NS-Herrschaft erinnern. Als Ehrengast nimmt Dr. Bernd Schulte, Staatssekretär und Chef der Staatskanzlei, an der Veranstaltung teil.

Der 9. März wird künftig jährlich als Gedenktag für die Verbrechen an Sinti und Roma begangen. Das Mahnmal steht als sichtbares Zeichen für die Opfer und ihre Geschichten. Die Initiative der Stadt spiegelt ein wachsendes – wenn auch noch immer zu wenig beachtetes – Bestreben in Deutschland wider, die Ermordeten dieses Völkermords zu ehren.

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