BAMF streicht erneut Gelder: Zehntausende Migranten bleiben ohne Sprachförderung
BAMF streicht erneut Gelder: Zehntausende Migranten bleiben ohne Sprachförderung
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) kürzt erneut Mittel für Integrationskurse – Zehntausende Migranten ohne Förderung
Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat die Finanzierung von Integrationskursen weiter gekürzt, wodurch Zehntausende Migrantinnen und Migranten ohne Unterstützung dastehen. Ab Dezember 2025 erhalten Asylsuchende, Geduldete, Ukrainerinnen und Ukrainer sowie EU-Bürger keine finanzielle Hilfe mehr für freiwillige Sprachkurse. Diese Maßnahme folgt auf frühere Kürzungen im Jahr 2024, durch die Wiederholungskurse für Teilnehmer gestrichen wurden, die die B1-Prüfung in Deutsch nicht bestanden hatten.
Von den aktuellen Kürzungen sind bundesweit etwa 130.000 Menschen betroffen. Anerkannte Flüchtlinge bleiben zwar ausgenommen, doch alle anderen müssen nun selbst die Kosten von 458 Euro pro 100-Stunden-Modul tragen. Ohne finanzielle Unterstützung können sich viele Migranten die Kurse, die für das B1-Zertifikat – eine zentrale Voraussetzung für dauerhaften Aufenthalt und Arbeitsmarktzugang – erforderlich sind, schlicht nicht leisten.
Als Reaktion auf die Kürzungen haben lokale Organisationen die Lücken zu schließen versucht. Der Jugendmigrationsdienst (JMD) und die Katholische Erwachsenenbildung haben im Rhein-Berg-Kreis einen freiwilligen Vorbereitungskurs ins Leben gerufen. Das Programm, das gemeinsam vom JMD und der Initiative Aktion Neue Nachbarn finanziert wird, bereitet Migrantinnen und Migranten auf den Deutsch-Test für Zuwanderer (DTZ) vor. Trotz solcher Initiativen können Angebote wie das Sprachcafé des JMD – das vor allem der sozialen Integration dient – jedoch keine strukturierte Prüfungsvorbereitung ersetzen.
Kursleitende berichten von wachsenden Schwierigkeiten unter den Teilnehmenden. Stress und mangelnde Gesprächsübung erschweren das Bestehen der B1-Prüfung, wie Ahmed Hefzi, ein Sprachlehrer, erklärt. Mit weniger Ressourcen steigen die Durchfallquoten, sodass viele ohne das für ein Leben in Deutschland notwendige Zertifikat bleiben.
Anbieter hoffen dennoch, dass das BAMF und das Bundesinnenministerium ihre Entscheidung überdenken. Sie argumentieren, dass Integrationskurse eine entscheidende Rolle dabei spielen, Migrantinnen und Migranten bei der Eingliederung zu unterstützen und ihren Beitrag zur Gesellschaft zu ermöglichen.
Die Kürzungen zwingen viele dazu, sich auf lokale Initiativen zu verlassen oder die Kurse selbst zu bezahlen. Ohne Zugang zu bezahlbarem Sprachunterricht werden voraussichtlich weniger Menschen das B1-Zertifikat erlangen – mit möglichen langfristigen Folgen für ihre Berufschancen und gesellschaftliche Integration. Betroffen sind Tausende im gesamten Land.
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