Deutsche Brauereien zwischen Tradition und Wandel: Warum immer mehr auf alkoholfreies Bier setzen

Susanne Bachmann
Susanne Bachmann
2 Min.
Ein Plakat, das Bier in Amsterdam bewirbt und eine Gruppe von Menschen zeigt, von denen einige Gläser und andere Gegenstände halten, sowie Text und ein Logo.Susanne Bachmann

Deutsche Brauereien zwischen Tradition und Wandel: Warum immer mehr auf alkoholfreies Bier setzen

Deutsche Brauereien kämpfen mit drastischem Rückgang beim Bierabsatz

Die traditionellen Bierverkäufe in Deutschland sind 2025 um sechs Prozent eingebrochen – der stärkste Rückgang seit der Wiedervereinigung. Viele Brauereien, darunter auch Betriebe in Lübbecke und Bielefeld, mussten schließen, da die Nachfrage weiter schrumpft. Doch während gesundheitsbewusste Trends an Bedeutung gewinnen, setzen einige auf alkoholfreie Alternativen, um zu überleben.

Weg vom Alkohol: Ein Branchenwandel Der Trend zur Abstinenz verändert die Bierlandschaft. Seit 2020 ist der Marktanteil von alkoholfreiem Bier von etwa fünf bis sechs auf sieben bis acht Prozent im Jahr 2025 gestiegen. Vor allem städtische Regionen und jüngere Konsumenten zwischen 18 und 35 Jahren treiben die Nachfrage voran, wobei Bayern und Baden-Württemberg bei der Nachfrage führen. Mike Cacic, Gründer der Bielefelder Braumanufaktur, sieht in alkoholfreiem Bier mittlerweile das potenzielle Aushängeschild seines Unternehmens. Um die sinkenden Absätze auszugleichen, erweitert seine Brauerei das Sortiment um Erfrischungsgetränke und alkoholfreie Biere.

Die Barre Brauerei hingegen setzt auf einen anderen Weg. Geschäftsführer Christoph Barre stärkt die regionale Identität: Mit Brauereiführungen, Merchandise-Verkauf und Messeauftritten will er die Unabhängigkeit des Betriebs sichern. Gleichzeitig warnt er vor einer steigenden Zahl von Insolvenzen in der Branche. Sein Ziel bleibt klar: die Bierkultur in Ostwestfalen-Lippe zu bewahren, indem die lokale Brautradition fortgeführt wird.

Sowohl die Barre Brauerei als auch die Bielefelder Braumanufaktur steigern inzwischen die Produktion von alkoholfreiem Bier. Dieser Schritt spiegelt einen größeren Trend wider, da gesundheitsbewusste Verbraucher zunehmend auf einen nüchternen Lebensstil setzen.

Anpassung oder Niedergang Der Rückgang bei klassischen Bierverkäufen zwingt die Brauereien zum Umdenken – oder zum Aufgeben. Wer in alkoholfreie Alternativen investiert, erschließt sich neue Märkte, besonders bei jüngeren und städtischen Konsumenten. Die Zukunft der deutschen Braubranche könnte davon abhängen, wie gut sie sich an die veränderten Vorlieben anpassen kann.

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