SAF-Boom in Europa: Warum Airlines trotz Rekordwachstum gegen die EU-Vorgaben kämpfen
Susanne BachmannSAF-Boom in Europa: Warum Airlines trotz Rekordwachstum gegen die EU-Vorgaben kämpfen
Nutzung von nachhaltigem Flugkraftstoff in Europa steigt stark an – doch die Spannungen bleiben
Der Einsatz von nachhaltigem Flugkraftstoff (SAF) in Europa hat 2024 mit 2 Prozent einen deutlichen Sprung gemacht – nach nur 0,6 Prozent im Vorjahr. Dennoch gibt es weiterhin Konflikte, da Airlines sich gegen strengere Vorgaben wehren und hohe Kosten sowie begrenzte Verfügbarkeit als Hürden anführen. Die Regulierungsbehörden bestehen jedoch darauf, die Ziele trotz der Bedenken der Branche beizubehalten.
Die Europäische Kommission hat klargestellt, dass die Vorgaben für elektro-synthetischen Flugkraftstoff (eSAF) nicht gelockert werden. Bis 2030 müssen 1,2 Prozent des gesamten Flugkraftstoffs aus eSAF stammen, bis 2035 steigt dieser Anteil auf 5 Prozent. Ein hochrangiger EU-Vertreter betonte, dass die Einhaltung der Regeln unverzichtbar bleibe.
Florian Guillermet, Direktor der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA), bestätigte, dass Europa auf Kurs liege, das Ziel von 2 Prozent nachhaltigem Kraftstoff für 2025 zu erreichen oder sogar zu übertreffen. Dies folgt auf einen deutlichen Anstieg im vergangenen Jahr – die Werte für 2024 haben sich im Vergleich zum Vorjahr bereits verdoppelt.
Trotz dieser Fortschritte fordert der Branchenverband Airlines for Europe (A4E) die Behörden auf, die Anforderungen zu lockern. Die Vereinigung argumentiert, dass aktuelle Lieferengpässe und hohe Produktionskosten die Ziele unrealistisch machten. Die EU lehnt eine Rücknahme der Vorgaben zwar ab, räumt aber ein, dass die Bezugsmöglichkeiten und Erschwinglichkeit verbessert werden müssten.
Die Diskussion findet vor dem Hintergrund zusätzlicher Belastungen für die globale Flugkraftstoffversorgung statt. Steigende Ölpreise und Lieferkettenstörungen im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt haben die Kraftstoffkosten weiter in die Höhe getrieben und setzen die Airlines zusätzlich unter Druck.
Europas Nutzung von nachhaltigem Flugkraftstoff wächst zwar rasant, doch der Widerstand der Branche wegen Kosten und Verfügbarkeit hält an. Die Position der EU bleibt klar: Die Vorgaben werden nicht aufgeweicht – auch wenn die Airlines Anpassungen fordern. Angesichts verschärfter Ziele rückt nun die Frage in den Fokus, wie eSAF für eine breite Einführung praxistauglicher gemacht werden kann.






