David Haye verklagt ITV nach Reality-TV-Eklat um Rufschädigung
Der ehemalige Boxer David Haye bereitet eine Klage gegen den Sender ITV vor. Der Schritt folgt auf seinen umstrittenen Auftritt bei Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! Südafrika, wo seine Auseinandersetzungen mit Mitbewohner Adam Thomas und abfällige Äußerungen über Frauen eine Welle der Kritik auslösten. Medienberichten zufolge fordert er nun Schadensersatz für den angeblich "unwiederbringlichen Schaden" an seinem Ruf.
Hayes Zeit in der Reality-Show war von hitzigen Wortgefechten geprägt. Beim Live-Finale lieferte er sich eine scharfe Tirade gegen Thomas, warf ihm vor, sich als "Opfer" zu inszenieren, und unterstellte ihm, Krankheiten während der Prüfungen übertrieben darzustellen. Auch die Moderatoren Ant und Dec mischten sich ein und machten sich über Hayes "abwegige Theorien über Frauen" lustig – Aussagen, die Zuschauer in sozialen Medien als "frauenfeindlich" und "erbärmlich" brandmarkten.
Die Empörung wuchs, nachdem Haye eine als "body-shaming" kritisierte Bemerkung über Gemma Collins gemacht hatte, die durch den Schnitt der Redaktion noch belastender wirkte. Zudem bezeichnete er seine Freundin Sian Osborne als jemanden mit "dem Charakter eines richtig hässlichen Vögels" – was die Kritik weiter anheizte. Haye argumentiert seitdem, die Produzenten hätten ihn durch selektive Schnitte gezielt als "Buhmann" der Show dargestellt.
Über den öffentlichen Imageschaden hinaus hat der Eklat offenbar auch Hayes Karriere beeinträchtigt: Eine geplante Netflix-Produktion wurde gestoppt, und andere Werbedeals scheinen auf Eis zu liegen. Nun hat er die renommierte Kanzlei Gatehouse Chambers – mit Stundensätzen von 500 Pfund – beauftragt, um gegen ITV zu klagen.
Sein Anwaltsteam wird voraussichtlich geltend machen, dass die Darstellung in der Show seinem beruflichen Ansehen nachhaltig geschadet habe. Entscheidend könnte sein, ob ITVs Schnittführung unfair oder irreführend war.
Die Klage markiert eine deutliche Zuspitzung in Hayes Konflikt mit dem Sender. Sollte er erfolgreich sein, könnte der Fall ein Präzedenzfall dafür werden, wie Reality-TV-Teilnehmer gegen ihre mediale Darstellung vorgehen. Für den ehemaligen Champion wird der nächste Kampf jedenfalls nicht im Ring, sondern vor Gericht ausgetragen.






