22 March 2026, 02:26

BP verkauft Gelsenkirchener Raffinerie und kämpft mit Marktzwängen und Ölpreisschwankungen

Liniendiagramm, das die Wertminderungen von Anlagen für Ölunternehmen zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

BP verkauft Gelsenkirchener Raffinerie und kämpft mit Marktzwängen und Ölpreisschwankungen

BP treibt Umstrukturierung voran – Ölpreise steigen, Markt unter Druck

BP beschleunigt seine weitreichende Umstrukturierung, während die Ölpreise stark anziehen und der Marktdruck wächst. Das Unternehmen hat die Veräußerung seiner Raffinerie in Gelsenkirchen an die Klesch Group vereinbart – ein Schritt, der die Verbindlichkeiten um bis zu 1,7 Milliarden US-Dollar verringern könnte. Gleichzeitig eskalieren die Spannungen in den US-Betrieben: In Indiana wurden 800 Beschäftigte nach gescheiterten Tarifverhandlungen ausgesperrt.

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Mit dem Verkauf der Gelsenkirchener Raffinerie wechseln rund 1.800 Mitarbeiter zum neuen Eigentümer. Die Anlage, die jährlich bis zu 12 Millionen Tonnen Rohöl verarbeiten kann, markiert einen wichtigen Meilenstein in BPs Plan, bis 2027 Vermögenswerte im Wert von 20 Milliarden US-Dollar abzubauen. Bisher wurden bereits Desinvestitionen in Höhe von über 11 Milliarden US-Dollar umgesetzt.

Die Ölpreise sind zuletzt stark gestiegen: Die Nordsee-Sorte Brent erreichte rund 112 US-Dollar pro Barrel, ausgelöst durch Blockaden in der Straße von Hormus. Die US-Regierung reagierte mit einer 60-tägigen Aussetzung des Jones Act, um die Lieferketten zu entlasten. Trotz der Preisanstiege ist BPs Marktwert seit Anfang 2025 jedoch um etwa 18 Prozent gesunken – von 95 auf 78 Milliarden US-Dollar bis März 2026. Gründe hierfür sind Überangebote, Konkurrenz durch erneuerbare Energien, strengere europäische Vorschriften für fossile Brennstoffe sowie Zweifel der Anleger an der Schuldenlast und den Transformationsplänen des Konzerns.

BP hat zudem sein Sparziel für 2027 auf 6,5 bis 7,5 Milliarden US-Dollar angehoben – etwa 30 Prozent der Ausgaben von 2023. Die Umstrukturierung stößt auf gemischte Reaktionen: Die HSBC stufte die BP-Aktie von "Reduce" auf "Hold" hoch und erhöhte das Kursziel auf 45,30 US-Dollar, da der Raffinerieverkauf als positiver Schritt gewertet wird. Dennoch halten die Arbeitskonflikte an: Nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen wurden 800 gewerkschaftlich organisierte Beschäftigte in der BP-Raffinerie Whiting in Indiana ausgesperrt.

Der Verkauf der Gelsenkirchener Raffinerie entlastet BP von Verbindlichkeiten und treibt die Desinvestitionsstrategie voran. Trotz hoher Ölpreise bleibt das Marktvertrauen jedoch fragil. Das Unternehmen steht vor der Herausforderung, Kostensenkungen, Vermögensverkäufe und Arbeitsbeziehungen in Einklang zu bringen. Analysten werden genau beobachten, wie sich diese Maßnahmen auf die finanzielle Stabilität und die langfristigen Transformationspläne von BP auswirken.

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