Solingen: Streit um Veloroute 2 und Parkplatz-Streichungen in Ohligs eskaliert
Katarzyna WirthSolingen: Streit um Veloroute 2 und Parkplatz-Streichungen in Ohligs eskaliert
Pläne zur Umgestaltung der Straßen im Solinger Stadtteil Ohligs stoßen auf heftigen Widerstand. Die vorgeschlagenen Änderungen, darunter die neue Fahrradroute Veloroute 2 und Anpassungen am City-Ring, sorgen für Kritik – vor allem wegen des Wegfalls von Parkplätzen. Lokale Unternehmen und Anwohner warnen, dass die fehlende Bürgerbeteiligung der Wirtschaft in der Region schaden könnte.
Nach den aktuellen Plänen sollen über 270 Parkplätze verschwinden. Mehr als 70 Stellplätze in der Nähe des City-Rings und weitere 200 entlang der Merscheider Straße würden für die Veloroute 2 weichen. Zudem sind 47 weitere Parkplätze entlang der Strecke bereits für eine Schließung bis Anfang 2026 vorgesehen.
Die MIT-Fraktion in Solingen zeigt sich besorgt über die wirtschaftlichen Folgen. Gerlinde Steingrüber, Vorsitzende der MIT vor Ort, betont, dass bequeme Parkmöglichkeiten für Einzelhändler und Dienstleistungsbetriebe entscheidend seien. Ohne sie drohe ein Rückgang der Laufkundschaft, was besonders Geschäfte treffen würde, die auf spontane Kundschaft angewiesen sind.
Kritik gibt es auch an der mangelnden Bürgerbeteiligung. Die MIT wirft der Stadt vor, Anwohner und Gewerbetreibende in der frühen Planungsphase nicht ausreichend einzubinden. Die Gruppe fordert eine Überarbeitung der Pläne und appelliert an die Politik, die Bedürfnisse von Radfahrern, Autofahrern und der lokalen Wirtschaft gleichermaßen zu berücksichtigen.
Zusätzliche Bedenken gibt es beim Öffentlichen Nahverkehr. Die geplante Veloroute 2 führt an mehreren Bushaltestellen vorbei, was Verzögerungen im Busverkehr befürchten lässt. Die MIT verweist zudem auf fehlende Alternativen, etwa Ersatzparkplätze für Kunden oder Lösungen für Lieferverkehr.
Der Streit um die Solinger Straßenumgestaltung dreht sich nun um die Suche nach einem Kompromiss. Angesichts der drohenden wirtschaftlichen Nachteile für Unternehmen und ungelöster Verkehrsprobleme drängt die MIT auf eine überarbeitete Planung. Die Entscheidung wird zeigen, wie die Stadt den Ausbau der Radinfrastruktur mit den Interessen von Autofahrern und Gewerbetreibenden in Einklang bringt.






