23 March 2026, 08:29

Baden-Baden ehrt Nijinsky und Pawlowa mit Ausstellung und Tanzfestival im Herbst

Plakat für eine 1909er Pariser Ballettvorstellung mit dem Titel "Saison Russe", das eine gemalte Tänzerin in einer anmutigen Pose mit der Aufschrift "Opera et Ballet" darüber zeigt.

Baden-Baden ehrt Nijinsky und Pawlowa mit Ausstellung und Tanzfestival im Herbst

Baden-Baden feiert seine glanzvolle Ballettgeschichte mit großer Ausstellung und Festival im Herbst

Dieses Jahr würdigt Baden-Baden seine reiche Balletttradition mit einer bedeutenden Ausstellung und einem Festival. Im Mittelpunkt stehen zwei Legenden des Tanzes: Wasslaw Nijinsky und Anna Pawlowa, die beide 1913 in der deutschen Kurstadt weilten. Eine neue Ausstellung und Aufführungen beleuchten ihre bahnbrechenden Beiträge zur Tanzkunst.

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Im August 1913 hielt sich Wasslaw Nijinsky im Brenners Parkhotel in Baden-Baden auf. Eigentlich hatte er vor, mit Sergei Djagilew an einem neuen Ballett inspiriert von Bach zu arbeiten. Doch statt neuer Werke zu schaffen, widmete er sich dem Schreiben seiner Tagebücher und kämpfte mit seiner sich verschlechternden psychischen Gesundheit. Noch im selben Herbst erlitt er einen Zusammenbruch.

Auch Anna Pawlowa, Nijinskys berühmteste Tanzpartnerin, besuchte Baden-Baden in jenem Sommer. Ihr Auftritt als Der sterbende Schwan im Theater Baden-Baden am 26. August 1913 wurde zum Höhepunkt der Saison. Zunächst war ihr Gastspiel wegen eines Streits mit ihrem Tanzpartner unsicher gewesen, doch die Vorstellung fand wie geplant statt.

Über ein Jahrhundert später zeigt das Stadtmuseum Baden-Baden vom 3. Oktober bis 2. November die Ausstellung Mythos Wasslaw Nijinsky. Gezeigt werden Exponate aus der Privatsammlung von John Neumeier, darunter seltene Stücke zu Nijinsky und Pawlowa. Der renommierte Choreograf Neumeier verehrt Nijinsky seit langem als den "größten Visionär der Ballettkunst".

Parallel dazu findet vom 2. bis 12. Oktober das Festival Die Welt des John Neumeier statt. Neumeiers eigenes Ballett Nijinsky wird dabei vom 3. bis 5. Oktober dreimal in der Festspielhalle aufgeführt. Ausstellung und Festival veranschaulichen gemeinsam, wie Nijinsky und die Ballets Russes die Spitzentanz-Technik im frühen 20. Jahrhundert revolutionierten.

Die kommenden Veranstaltungen holen das Erbe von Nijinsky und Pawlowa zurück nach Baden-Baden, wo beide einst auftraten. Besucher können seltenes Archivmaterial entdecken und Neumeiers Hommage an Nijinskys bahnbrechendes Werk erleben. Festival und Ausstellung bieten im Oktober einen tiefen Einblick in eine prägende Epoche des Balletts.

Quelle