TwinKomplex: Wenn Spieler die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen lassen
Blanka JesselTwinKomplex: Wenn Spieler die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen lassen
TwinKomplex: Ein neues Online-Spiel verbindet Storytelling mit kreativer Mitgestaltung
Das neue Online-Spiel TwinKomplex verschmilzt Erzählkunst mit der Kreativität der Spieler. Entwickelt vom Philosophen Dr. Martin Burckhardt, ermöglicht es den Nutzern, die Spielwelt aktiv mitzugestalten, während sie einer nur halb ausgearbeiteten Handlung folgen. Seit November 2021 läuft das Spiel in englischer und deutscher Sprache und bietet drei Monate interaktiven Inhalt.
Die Idee, nutzergenerierte Inhalte mit klassischen Medien zu verknüpfen, reicht bis in die späten 1990er-Jahre zurück. Spiele wie Heavy Rain ebneten den Weg, indem sie Film und Gameplay nahtlos verbanden. TwinKomplex geht noch einen Schritt weiter: Mit Videoclips, Dokumenten und Audiobotschaften entsteht eine vielschichtige Erzählung.
Die Handlung spielt im Hauptquartier eines Geheimdienstes am Berliner Flughafen Tempelhof. Die Spieler interagieren mit einer KI namens Hal 9001, die die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen lässt. Dadurch wird das Spiel nicht nur zum Unterhaltungsmedium, sondern auch zu einem sozialen Experiment.
Dr. Burckhardt ließ sich von Aristoteles’ dramaturgischer Struktur inspirieren – Protasis, Epitasis und Katastrophe –, die bereits 335 v. Chr. definiert wurde. Anders als im klassischen Storytelling bleibt die Handlung in TwinKomplex jedoch weitgehend offen. Die Spieler füllen die Lücken, sodass jedes Erlebnis einzigartig wird.
Das Spiel bietet Material für drei Monate Spielspaß, kombiniert mit vorgegebenen und nutzergesteuerten Inhalten. Sein Ansatz stellt herkömmliche Erzählformen in interaktiven Medien infrage. Durch die Verbindung von Philosophie, KI und Spielerinput setzt TwinKomplex neue Maßstäbe in der digitalen Unterhaltung.






