04 February 2026, 11:13

Streit um Drogenhilfezentrum in Düsseldorf-Oberbilk: Schulen protestieren gegen Standort

Ein Drogenmart-Gebäude an einer Straßenecke mit einem Schild, einem Straßenschild, einem geparkten Fahrrad, einem Müllcontainer und einem bewölkten Himmel.

Streit um Drogenhilfezentrum in Düsseldorf-Oberbilk: Schulen protestieren gegen Standort

Düsseldorf treibt Pläne für neues Drogenhilfezentrum in Oberbilk voran

In Düsseldorf nehmen die Vorbereitungen für ein neues Drogenhilfezentrum im Stadtteil Oberbilk konkrete Formen an. Die Einrichtung soll in einem ehemaligen Wohngebäude an der Eisenstraße eröffnet werden – direkt hinter dem Hauptbahnhof. Die zentrale Lage hat jedoch bei Anwohnern und Schulen massiven Widerstand ausgelöst.

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Das Zentrum entsteht in unmittelbarer Nähe zu zwei Schulen, was sofortige Proteste auslöste. Eltern und Schulleitungen bezeichnen die Standortwahl als "völlig inakzeptabel" und warnen davor, dass Kinder mit dem Konsum harter Drogen konfrontiert werden könnten. Kritiker verweisen zudem auf die Bauweise des Gebäudes: Die vielen dunklen Ecken könnten ihrer Meinung nach Drogenkriminalität begünstigen.

Befürworter, darunter lokale Drogenhilfeorganisationen, betonen hingegen, dass ein zentraler Standort unverzichtbar sei. Er biete leichteren Zugang für gefährdete Menschen im Umfeld des Hauptbahnhofs, argumentieren sie. Die Stadtverwaltung versichert, das Zentrum werde die Sicherheit erhöhen, indem es den Drogenkonsum aus dem öffentlichen Raum verlagere – als Teil des Projekts "Sicherheit im Bahnhofsumfeld" (SiBu).

Um Bedenken zu zerstreuen, hat die Stadt bauliche Anpassungen zugesagt, die die Sichtbarkeit der Einrichtung reduzieren sollen. Vor Ort werden Sicherheitskräfte, Sozialarbeiter und medizinisches Personal im Einsatz sein, unterstützt von Ordnungsamt und Polizei. Ihre Aufgabe wird es sein, Störungen, Drogenhandel und offenen Konsum in der Umgebung zu verhindern.

Bei einer jüngsten Bürgerversammlung zeigten sich viele Teilnehmer verärgert. Sie kritisierten fehlende Klarheit darüber, wie der Betrieb des Zentrums genau aussehen und welche Schutzmaßnahmen greifen sollen. Die Stadt verweist unterdessen auf die bereits bestehenden Drogenkonsumräume in Deutschland – bis 2026 sollen es bundesweit rund 20 sein – und führt Städte wie Frankfurt, Berlin und Hamburg als erfolgreiche Vorbilder an, wo ähnliche Einrichtungen seit Jahren in Betrieb sind.

Trotz anhaltender Proteste von Schulen und Anwohnern soll das neue Zentrum wie geplant eröffnet werden. Die Behörden setzen auf Sicherheitsvorkehrungen, soziale Betreuung und bauliche Veränderungen, um Risiken zu minimieren. Das Projekt steht für einen bundesweiten Trend: Immer mehr deutsche Städte integrieren kontrollierte Drogenkonsumräume in ihre Strategien für urbane Sicherheit.