19 March 2026, 22:25

HKW in Berlin: Boykott nach Chefket-Konzertabsage erschüttert Kulturszene

Schwarzes und weißes architektonisches Zeichnung des Reichshallen Theaters in Berlin, das das Auditorium mit Sitzreihen, Säulen und Decke zeigt, zusammen mit Text am Boden.

HKW in Berlin: Boykott nach Chefket-Konzertabsage erschüttert Kulturszene

Das Haus der Kulturen der Welt (HKW) in Berlin steht nach der Absage eines Konzerts des schwäbischen Rappers Chefket zunehmend in der Kritik. Die für internationale Acts wie den haitianischen Saxophonisten Jowee Omicil bekannte Institution hat durch den Vorfall einen Reputationsschaden erlitten. Im Mittelpunkt des Streits steht Chefkets Entscheidung, bei Auftritten ein T-Shirt mit der Aufschrift "Palästina" zu tragen, das arabische Kalligrafie und eine Umrisskarte Israels zeigt.

Das HKW, nur wenige Schritte vom Bundeskanzleramt entfernt, wurde von der Bundespolitik lange kaum beachtet. 2023 übernahm der kamerunische Kurator Bonaventure Soh Bejeng Ndikung die Intendanz – seither ist das Haus die erste große deutsche Kultureinrichtung, die vollständig von People of Color geleitet wird. Sein als "postkolonial" beschriebenes Programm stößt jedoch in Teilen der deutschen Kulturszene auf Ablehnung.

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Der aktuelle Eklat begann, als Chefket – vom Goethe-Institut einst als "Rap-Botschafter" bezeichnet – im HKW auftreten sollte. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer setzte die Institution unter Druck, das Konzert abzusagen, mit Verweis auf die Symbolik des T-Shirts. Als Reaktion zogen sich daraufhin alle anderen deutschen Künstler aus Solidarität mit Chefket von HKW-Veranstaltungen zurück.

Versuche, das Profil des HKW zu stärken – etwa durch eine Ausstellung des TV-Satirikers Jan Böhmermann unter dem Titel "Die Möglichkeit des Unvernünftigen" –, wurden durch die Folgen der Konzertabsage überschattet. Der Vorfall hat dem internationalen Ansehen der Institution schweren Schaden zugefügt.

Nun sieht sich das HKW mit einem Boykott deutscher Künstler und einem beschädigten Ruf im Ausland konfrontiert. Die Absage von Chefkets Auftritt hat die Debatte über künstlerische Freiheit und politische Einflussnahme auf Kulturinstitutionen weiter angeheizt. Unterdessen bleibt ungewiss, wie es mit dem Programm des Hauses weitergeht – die Kontroverse hält an.

Quelle