27 April 2026, 08:33

Strabag wächst kräftig – doch Infrastrukturprobleme drohen Europas Baukonzern zu bremsen

Ausführlicher Konstruktionsplan einer Brücke mit beschrifteten Bauelementen wie Balken und Seilen, aus einer Buchseite.

Strabag wächst kräftig – doch Infrastrukturprobleme drohen Europas Baukonzern zu bremsen

Strabag, Europas führendes Bauunternehmen, verzeichnet im ersten Halbjahr 2025 kräftiges Wachstum. Die Umsätze stiegen um sieben Prozent auf 8,9 Milliarden Euro, während sich der Auftragsbestand auf 28,4 Milliarden Euro belief – ein Plus von 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig warnte der Konzernchef vor drängenden Problemen bei den Infrastrukturinvestitionen auf dem gesamten Kontinent.

Stefan Kratochwill übernahm im Februar 2025 die Führung von Strabag und bringt zwei Jahrzehnte Erfahrung im Unternehmen mit. Seine Karriere begann er 2003 als Trainee, nachdem er Maschinenbau an der Technischen Universität Wien studiert hatte. Unter seiner Leitung festigte das Unternehmen seine Position als größter Baukonzern Österreichs mit einem Marktanteil von fünf Prozent sowie als Marktführer in Deutschland mit zwei Prozent.

Die finanzielle Performance von Strabag legte im ersten Halbjahr 2025 deutlich zu. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) kletterte um 58 Prozent auf 129,4 Millionen Euro. Zudem setzt das Unternehmen weiterhin stark auf Innovation und investiert jährlich über 20 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung.

Aktuelle Projekte unterstreichen die technische Expertise des Konzerns. So verschob Strabag auf der deutschen Autobahn A45 ein 40.000 Tonnen schweres Teilstück der Rinsdorfer Talbrücke – inklusive Pfeiler und Fundamente – um 20 Meter zur Seite, ohne es zuvor demontieren zu müssen. Kratochwill betont immer wieder, wie entscheidend eine gut erhaltene Infrastruktur für das Wirtschaftswachstum sei – sie sei das "Lebenselixier einer modernen Volkswirtschaft". Gleichzeitig warnte er, dass Vernachlässigung langfristig zu deutlich höheren Kosten führe.

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Auch Österreich investiert 2025 massiv in die Infrastruktur. Die Bundesregierung plant Ausgaben in Höhe von 9,9 Milliarden Euro – rund zwei Prozent der Wirtschaftsleistung – für Straßen, Brücken und weitere Schlüsselprojekte.

Die jüngsten Geschäftszahlen zeigen Strabag als wachstumsstarkes Unternehmen mit steigenden Umsätzen und einem Rekordauftragsbestand. Der Konzern baut seine technischen Fähigkeiten weiter aus und setzt sich für mehr öffentliche Investitionen in die Infrastruktur ein. Mit großen Projekten in der Pipeline und einem neuen CEO an der Spitze dürfte seine Rolle bei der Gestaltung des europäischen Bausektors weiter wachsen.

Quelle