03 April 2026, 02:31

Schock-Anrufe: Wie Betrüger ältere Menschen mit falschen Notfällen täuschen

Ein Plakat mit Text und Logo, das versteckte Gebühren in Rechnungen zeigt, die Familien Hunderte von Dollar monatlich kosten können.

Aktionswoche gegen Schockanrufe - So arbeiten die Täter - Schock-Anrufe: Wie Betrüger ältere Menschen mit falschen Notfällen täuschen

Behörden in Deutschland verstärken Kampf gegen "Schock-Anrufe" – Betrug mit falschen Notfallmeldungen

Die deutschen Behörden gehen verstärkt gegen sogenannte "Schock-Anrufe" vor, eine Betrugsmasche, bei der vor allem ältere Menschen durch täuschende Telefonanrufe um ihr Geld gebracht werden. Die oft von organisierten Banden durchgeführten Betrugsfälle haben in den vergangenen Jahren Opfer Millionen von Euro gekostet. Eine neue Aufklärungskampagne soll die Bevölkerung sensibilisieren und zur Anzeige solcher Straftaten ermutigen.

Allein in Nordrhein-Westfalen wurden 2023 3.068 Fälle von Schock-Anrufen und Enkeltricks registriert, die auf Täter mit ausländischem Hintergrund zurückgingen – die finanziellen Schäden beliefen sich auf über 1,2 Millionen Euro. Bis 2024 hatte sich das Problem jedoch verschärft: 514 Fälle mit Tätern, die direkt aus Deutschland agierten, verursachten Schäden in Höhe von rund 9,4 Millionen Euro.

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Die Betrüger geben sich meist als in Not geratene Angehörige aus und setzen ihre Opfer unter Druck, hohe Geldbeträge zu überweisen. Mittlerweile nutzen sie auch Messengerdienste wie WhatsApp, um Familienmitglieder vorzutäuschen und Menschen zu Zahlungen zu verleiten. Ältere Personen werden oft zufällig aus Telefonbüchern ausgewählt, da sie tagsüber eher ans Festnetz gehen.

Die Polizei rät Betroffenen, nicht auf die Anweisungen der Anrufer einzugehen, das Gespräch nicht zu verlängern und niemals persönliche oder finanzielle Daten preiszugeben. Stattdessen sollten sie sofort die nächste Polizeidienststelle kontaktieren und Anzeige erstatten. Ingo Wünsch, Leiter des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen, empfiehlt Familien, ein Codewort zu vereinbaren, um sich in Notfällen gegenseitig zu verifizieren.

Bis April 2026 werden 12 der 16 Bundesländer Aufklärungskampagnen gestartet haben. Zu den Maßnahmen gehören: - Plakate und Flyer in Banken (z. B. in Bayern und Nordrhein-Westfalen), - Fernseh- und Radiospots (z. B. in Hessen und Baden-Württemberg), - Online-Videos auf Polizeiseiten (z. B. in Berlin und Sachsen), - Schulungen für Seniorengruppen (z. B. in Rheinland-Pfalz).

Ziel der Kampagnen ist es, finanzielle Verluste zu verringern und gefährdete Personen vor Betrug zu schützen. Opfer werden aufgefordert, Vorfälle umgehend zu melden, während Familien präventive Schritte ergreifen sollen. Durch das Zusammenspiel von Polizeiarbeit und öffentlicher Aufklärung soll die steigende Zahl an Schock-Anrufen im ganzen Land eingedämmt werden.

Quelle