Schildgen feiert zehn Jahre Flüchtlingshilfe mit bewegenden Erfolgsgeschichten
Susanne BachmannSchildgen feiert zehn Jahre Flüchtlingshilfe mit bewegenden Erfolgsgeschichten
Eine kleine Gemeinde in Schildgen feiert zehn Jahre Flüchtlingshilfe mit einem Jubiläumsfest
Vor einem Jahrzehnt startete in Schildgen eine Initiative, die seitdem Dutzenden Geflüchteten half, in Deutschland ein neues Leben aufzubauen. Einer von ihnen ist Youssef Messraba, ein syrischer Flüchtling, der Ende 2015 ankam und sich seitdem eine Zukunft erarbeitet hat.
2015 schlossen sich etwa 100 Einwohner:innen Schildgens zusammen, um Willkommen in Schildgen zu gründen – eine Initiative, die Geflüchteten praktische Unterstützung bietet. Ehrenamtliche halfen bei Behördengängen, Arztterminen und Deutschkursen. Ihre Arbeit veränderte das Leben vieler nachhaltig, darunter auch das von Youssef Messraba, der im selben Jahr vor Damaskus floh.
Sein Weg in Deutschland war nicht einfach: Messraba wartete 20 Monate auf die Staatsbürgerschaft und erlebte Ausgrenzung an der Universität. Trotz dieser Hindernisse schloss er eine Ausbildung zum Elektroniker ab und studiert nun Elektro- und Medizintechnik. Sozial hat er ebenfalls Fuß gefasst – seit drei Jahren lebt er mit einer deutschen Freundin in Köln und pflegt einen engen Freundeskreis.
Zehn Jahre später zeigt sich der Erfolg der Initiative deutlich: 72 Prozent der Geförderten sind mittlerweile erwerbstätig, 15 Prozent befinden sich in Ausbildung oder Studium. Die meisten sprechen fließend Deutsch. Zum Jubiläum veranstaltete die Gruppe ein Fest im Pfarrsaal der Herz-Jesu-Kirche.
Teil der Feierlichkeiten ist auch die Fotoausstellung Himmel un Ääd von Philipp J. Bösel, die 21 farbige Porträts von Geflüchteten zeigt und noch bis zum 6. Dezember zu sehen ist. Ein weiteres Event, Angekommen – Erfahrungen und Leben in Deutschland/Schildgen, findet am 28. November am selben Ort statt.
Das Jubiläum unterstreicht den nachhaltigen Erfolg von Willkommen in Schildgen. Viele Geflüchtete wie Messraba haben anfängliche Schwierigkeiten überwunden und sich beruflich wie sozial etabliert. Die Ausstellung und die kommende Veranstaltung tragen ihre Geschichten weiter in die Gemeinschaft hinein.






