Rettungskräfte fordern neues Breitband-Funknetz für Echtzeit-Daten in Krisen
Rainer SchäferRettungskräfte fordern neues Breitband-Funknetz für Echtzeit-Daten in Krisen
Rettungskräfte in Deutschland drängen auf neues Breitband-Kommunikationssystem
Die deutschen Rettungsdienste setzen sich für ein neues Breitband-Funknetz ein, das das aktuelle Digitalfunknetz ersetzen soll. Die bestehende Technologie ist zwar zuverlässig für Sprachübertragungen und einfache Daten, kann aber keine Echtzeit-Übertragung von Karten, Drohnenaufnahmen oder anderen kritischen Informationen bewältigen – genau die Daten, die in Krisensituationen entscheidend sind. Auf der Veranstaltung Blaulicht-Tag in Essen wurden diese Herausforderungen kürzlich von Verantwortlichen thematisiert, wo sowohl aktuelle Lösungen als auch zukünftige Ansätze präsentiert wurden.
Das heutige Digitalfunk BOS, das auf dem europäischen TETRA-Standard basiert, hat sich in Notfällen bewährt. So blieb das System etwa während des großflächigen Stromausfalls in Berlin im September 2023 funktionstüchtig – selbst als andere Netze ausfielen. Doch für moderne Einsatzszenarien fehlen ihm die Breitbandkapazitäten, etwa für die Übertragung von Live-Videos oder großen Datendateien.
Auf dem Blaulicht-Tag demonstrierten Experten den Bedarf an einem autarken, krisensicheren Netz, das im UHF-Bereich zwischen 470 und 694 Megahertz arbeitet. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul betonte, dass eine zuverlässige Kommunikation für Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte bei Großschadenslagen unverzichtbar sei. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, wie Einsatzkräfte auch dann verbunden bleiben, wenn öffentliche Netze zusammenbrechen.
Für weitere Informationen steht die Koordinierungsstelle Digitalfunk BOS in Nordrhein-Westfalen unter [email protected] zur Verfügung. Medienanfragen richten sich an die Pressestelle des Landesamts für Zentrale Polizeiliche Dienste.
Der Vorstoß für ein neues Breitband-System kommt zu einer Zeit, in der Rettungskräfte schnellere und widerstandsfähigere Kommunikationswerkzeuge fordern. Ohne diese bleibt die Echtzeit-Koordination in Katastrophenfällen – etwa der Austausch von Drohnenbildern oder Lagekarten – eingeschränkt. Die Behörden prüfen nun Lösungen, um diese Lücke zu schließen, ohne dabei die Stabilität der bestehenden Netze zu gefährden.






