Rentenreform für Beamte droht Milliardenkosten bis 2090 – Länder besonders belastet
Katarzyna WirthRentenreform für Beamte droht Milliardenkosten bis 2090 – Länder besonders belastet
Eine geplante Reform zur Einbindung von Beamten in die gesetzliche Rentenversicherung Deutschlands könnte den Staat in den kommenden Jahrzehnten Milliarde kosten. Experten warnen, dass der Übergang erst bis mindestens 2090 vollständig abgeschlossen wäre. Die finanzielle Belastung würde vor allem die Länder treffen, während Bund und Kommunen kleinere Anteile tragen müssten.
Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hat Änderungen am aktuellen Beamtenversorgungssystem gefordert. Dem Plan zufolge würden aktive Beschäftigte schrittweise in das reguläre System wechseln. Doch der Umstieg würde die Finanzierungsprobleme der Rentenversicherung nicht lösen, ohne dass zusätzliche Mittel aus öffentlichen Haushalten fließen.
Die geschätzten Kosten für Arbeitgeberbeiträge würden mit der Zeit stark ansteigen. Bis 2035 könnte die Rechnung auf 10 Milliarden Euro klettern, bis 2040 auf 20 Milliarden Euro – und bis 2060 auf jährlich 70 Milliarden Euro. Über zwei Drittel dieser Last würden auf die Länder entfallen, während der Bund etwa ein Sechstel übernehmen müsste. Die verbleibende Summe müssten die Kommunen tragen.
Aktuelle Zahlen, wie viel Bund, Länder und Gemeinden in den vergangenen fünf Jahren für die Altersvorsorge von Beamten aufgewendet haben, liegen nicht vor. Das Fehlen dieser Daten erschwert eine vollständige Bewertung der Auswirkungen der geplanten Reform.
Ein vollständiger Übergang würde sich bis über das Jahr 2090 hinausziehen und erfordert langfristige Finanzplanung. Die Reform würde die Deckungslücke im Rentensystem nicht schließen, es sei denn, die Haushalte werden deutlich aufgestockt. Der Großteil der Kosten würde die Länder treffen – was Fragen nach der Finanzierbarkeit und Umsetzbarkeit aufwirft.






