Neues Verfahren entscheidet über 40 Millionen Euro im Cum-Ex-Skandal von Christian Olearius
Blanka JesselCum-Ex: Überprüfung beschlagnahmter mutmaßlicher Straftatbestände des Bankers Olearius - Neues Verfahren entscheidet über 40 Millionen Euro im Cum-Ex-Skandal von Christian Olearius
Ein neues Verfahren soll entscheiden, ob Christian Olearius, der ehemalige Chef der Hamburger M.M. Warburg Bank, 40 Millionen Euro abgeben muss, die mit dem Cum-Ex-Skandal in Verbindung stehen. Das Landgericht Bonn wurde angewiesen, den Fall nach der Aufhebung eines früheren Urteils neu zu prüfen. Olearius, einst eine zentrale Figur in dem Steuerbetrugssystem, wird aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Verhandlung teilnehmen.
Zwischen 2007 und 2011 war Olearius bei M.M. Warburg & Co für Dividendenstripping-Geschäfte verantwortlich. Diese komplexen Transaktionen ermöglichten es der Bank, rund 200 Millionen Euro an deutscher Kapitalertragsteuer unrechtmäßig zurückzufordern. 2021 verurteilte ein Hamburger Gericht Olearius wegen Untreue zu einer Bewährungsstrafe von 3,5 Jahren, die später in der Berufung bestätigt wurde.
Der Cum-Ex-Skandal gilt als einer der größten Steuerhinterziehungsfälle der deutschen Geschichte und kostete den Staat Milliarden. Zwar wurden die strafrechtlichen Ermittlungen gegen Olearius wegen schwerer Steuerhinterziehung aufgrund seines Gesundheitszustands endgültig eingestellt, doch die Frage seiner finanziellen Haftung bleibt offen. Die Staatsanwaltschaft fordert nun die Einziehung von 40 Millionen Euro und argumentiert, dass es sich dabei um illegale Gewinne aus den Geschäften handelt.
Der Bundesgerichtshof hatte zuvor die Entscheidung des Bonner Gerichts zur Vermögensabschöpfung aufgehoben und damit eine Neuverhandlung erzwungen. Die anstehende Verhandlung soll nun klären, ob Olearius die umstrittenen Gelder herausgeben muss.
Das bevorstehende Urteil wird zeigen, ob Olearius die 40 Millionen Euro, die mit den Cum-Ex-Geschäften verbunden sind, zurückerstatten muss. Seine Abwesenheit in der Verhandlung hat keinen Einfluss auf die Aufgabe des Gerichts, die Beweislage erneut zu bewerten. Das Ergebnis wird einen weiteren Schritt in den langwierigen juristischen Folgen des Skandals markieren.






