Meister des Hirschrufens: Jäger aus MV triumphiert bei nationaler Meisterschaft 2024
Susanne BachmannOhne Geweih, aber mit Stimmgewalt: Bestes Hirschrufen gekrönt - Meister des Hirschrufens: Jäger aus MV triumphiert bei nationaler Meisterschaft 2024
Ein Jäger aus Mecklenburg-Vorpommern holt den Sieg bei der Deutschen Hirschrufer-Meisterschaft 2024
Thomas Soltwedel aus Dobbin-Linstow hat in diesem Jahr alle drei Kategorien der Deutschen Hirschrufer-Meisterschaft gewonnen. Der Wettbewerb feiert die traditionelle Kunst, die Rufe von Rotwild nachzuahmen – eine Praxis, die heute vor modernen Herausforderungen steht.
Bei dem Wettbewerb mussten die Teilnehmer die Laute verschiedener Hirsche originalgetreu imitieren. Soltwedel überzeugte die Jury mit den Nachahmungen zweier gleich starker Rivalen, eines alternden Hirschs sowie eines dominanten Männchens, das um Weibchen wirbt. Seine Darstellung stach besonders hervor, da die Jäger Hilfsmittel wie Ochsenhörner, Glaszylinder oder Tritonschnecken nutzten, um ihre Rufe zu verstärken.
Die Bewertung übernahm eine Fachjury aus Förstern, Jägern und Wildtierexperten – ohne zu wissen, wer gerade auftrat. Das "blinde" Format des Wettbewerbs garantierte Chancengleichheit und konzentrierte sich allein auf die Fähigkeiten der Teilnehmer. Die Veranstalter betonten zudem, wie wichtig der Wettbewerb für die Aufklärung über den Rückgang der Rotwildbestände in Deutschland ist.
Über die Präsentation handwerklichen Könnens hinaus soll die Meisterschaft die Tradition des Lock- und Rufjagds als kulturelles Erbe bewahren. Die einst weit verbreitete Praxis gerät zunehmend unter Druck durch Lebensraumverlust und sich wandelnde Jagdmethoden. Soltwedels Sieg unterstreicht sowohl die Kunstfertigkeit des Hirschrufens als auch die Dringlichkeit, die Art zu schützen, die damit verbunden ist.
Sein Triumph markiert einen weiteren Meilenstein für eine Fertigkeit, die seit Generationen weitergegeben wird. Die Meisterschaft würdigt nicht nur individuelles Talent, sondern lenkt auch den Blick auf die Bedrohungen, denen das Rotwild in Deutschland ausgesetzt ist. Angesichts wachsender Gefahren für seinen Lebensraum helfen Veranstaltungen wie diese, die Tradition – und die Debatte darüber – am Leben zu halten.






