Marco Bülow – ein politischer Rebell aus Dortmund stirbt mit 54 Jahren
Katarzyna WirthMarco Bülow – ein politischer Rebell aus Dortmund stirbt mit 54 Jahren
Marco Bülow, langjähriges Bundestagsmitglied und prominenter linker Kritiker, ist im Alter von 54 Jahren verstorben. Bekannt für seinen kompromisslosen Einsatz gegen Lobbyismus und seine Forderung nach einer ökosozialen Wende, vertrat er fast zwei Jahrzehnte lang Dortmund für die SPD, bevor er die Partei 2018 mit einem spektakulären Austritt verließ.
Bülow zog 1998 erstmals in den Bundestag ein, nachdem er das Direktmandat in Dortmund als SPD-Kandidat gewonnen hatte. Sein sicherer Wahlkreis verschaffte ihm mehr Spielraum, Parteilinien infrage zu stellen, als vielen Kollegen. Bereits 2007 äußerte er öffentlich Kritik und erklärte, die SPD-Politik sei mit seinem Gewissen nicht mehr vereinbar.
Innerhalb der Fraktion galt er bald als "ewiger linker Rebell", besonders während der Jahre der Großen Koalition. Seine Frustration wuchs über das, was er als Prinzipienlosigkeit der Partei im Machtstreben wahrnahm. 2018 trat er aus der SPD aus und warf ihr mangelnde Überzeugung vor – auch wenn er später zugab, mit der Entscheidung gerungen zu haben und die Partei gelegentlich noch als "wir" bezeichnete.
Nach seinem Austritt suchte Bülow eine neue politische Heimat, zunächst jedoch ohne Erfolg. 2020 schloss er sich schließlich Die PARTEI an und kandidierte 2021 in Dortmund, wo er fast neun Prozent der Erststimmen holte. Sein Wechsel unterstrich die Offenheit der Stadt für alternative Stimmen, auch wenn die weiteren lokalen Entwicklungen unklar bleiben.
Zeitlebens kämpfte Bülow gegen Konzernlobbyismus und setzte sich für eine ökosoziale Transformation ein. Sein Tod im Januar 2023 folgte einer langen Krankheit und markierte das Ende eines politischen Lebens, das von Widerstand und Prinzipientreue geprägt war.
Bülows Bruch mit der SPD und sein späterer Eintritt bei Die PARTEI spiegelten seine Weigerung wider, linke Werte preiszugeben. Fast ein Jahrzehnt lang sicherten ihm die Erststimmen in Dortmund eine beständige Wählerbindung – selbst als er sich von der etablierten Politik abwandte. Welche Spuren seine spätere Karriere in der politischen Landschaft der Stadt hinterlassen hat, bleibt jedoch ungewiss.






