02 May 2026, 14:33

Jeder sechste Brunnen in Deutschland überschreitet den Nitrat-Grenzwert drastisch

Metallischer Gießkann auf einem grünen Feld mit Pflanzen, Bäumen, Strommasten, einem Schild, Fahrzeugen, Gebäuden und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Jeder sechste Brunnen in Deutschland überschreitet den Nitrat-Grenzwert drastisch

Hohe Nitratwerte in Brunnenwasser sorgen in Deutschland für Besorgnis

Eine aktuelle Studie der VSR-Gewässerschutz zeigt, dass jeder sechste private Brunnen den gesetzlichen Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter überschreitet. Die Organisation fordert die Bundesregierung nun auf, mit der Förderung von Agroforstwirtschaft gegenzusteuern.

Seit über 40 Jahren überwacht die VSR-Gewässerschutz die Qualität von Brunnenwasser. Zwischen April und September werden Proben entnommen, und Anwohner werden über mögliche Belastungen informiert. Die diesjährigen Tests brachten alarmierende Ergebnisse: In einigen Brunnen lag der Nitratgehalt mehr als dreimal über dem zulässigen Wert – in einem Brunnen in Hehn wurden sogar 162 mg/l gemessen.

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Die Nitratrichtlinie setzt einen strengen Grenzwert von 50 mg/l, um Trinkwasser zu schützen. Überschreitungen bergen gesundheitliche Risiken, insbesondere für Säuglinge und empfindliche Personengruppen. Experten sehen in der intensiven Landwirtschaft eine Hauptursache für die Nitratbelastung, da überschüssiger Dünger ins Grundwasser sickert.

Agroforstwirtschaft – das Anpflanzen von Bäumen zwischen Ackerkulturen – hat sich als wirksame Methode erwiesen, um die Nitratbelastung zu verringern. Studien zeigen, dass Bäume Nitrat aus tiefen Bodenschichten aufnehmen und es an die Oberfläche bringen, bevor es ins Grundwasser gelangt. Entscheidend ist, dass diese Methode die Ernteerträge nicht schmälert.

Ein Bündnis von Agrarfachleuten betont die dringende Notwendigkeit, Agroforstsysteme in Deutschland flächendeckend einzuführen. Solche Systeme reduzieren nicht nur die Nitratbelastung, sondern fördern auch die Artenvielfalt und helfen im Kampf gegen den Klimawandel. Die VSR-Gewässerschutz drängt nun auf staatliche Anreize, um Landwirte zum Anbau von Bäumen auf ihren Feldern zu motivieren.

Die aktuellen Erkenntnisse unterstreichen das Ausmaß der Nitratbelastung in privaten Brunnen. Da die Agroforstwirtschaft eine praktikable Lösung bietet, um die Verunreinigung zu senken, ohne die landwirtschaftliche Produktivität zu beeinträchtigen, fordert die VSR-Gewässerschutz politische Weichenstellungen. Bei breiter Umsetzung könnten diese Systeme die Wasserqualität verbessern und gleichzeitig ökologische sowie landwirtschaftliche Ziele unterstützen.

Quelle