Historische Autobahnkirche in Bochum-Hamme steht für 780.000 Euro zum Verkauf
Susanne BachmannHistorische Autobahnkirche in Bochum-Hamme steht für 780.000 Euro zum Verkauf
Historische Kirche im Bochumer Stadtteil Hamme für 780.000 Euro zu verkaufen
Die Epiphanias-Gemeinde in Bochums Stadtteil Hamme muss ihre historische Kirche für 780.000 Euro verkaufen. Aufgrund steigender Kosten und schrumpfender Gemeindezahlen kann sie den Erhalt des Gebäudes nicht mehr finanzieren. Als offizielle Autobahnkirche bietet das Gotteshaus Reisenden auf der stark befahrenen A40 weiterhin eine stille Oase der Einkehr.
Seit 2010 ist die Kirche als Autobahnkirche anerkannt und zugleich Teil der Route der Industriekultur, einem Netzwerk von Denkmälern im Ruhrgebiet. Ein Banner am dunklen Backsteinturm begrüßt Besucher mit den Worten: „Rast und Besinnung mitten im Verkehr.“ Im Inneren besticht das Gebäude durch ein Bauhaus-inspiriertes Design, eine Orgel und originale Gussstahlglocken aus den 1930er-Jahren. Ein dreistöckiges Gemeinschaftszentrum mit jeweils fast 140 Quadratmetern Fläche pro Etage ergänzt den Komplex.
Trotz der kulturellen Bedeutung kämpft die Gemeinde seit Jahren mit finanziellen Problemen. Nach der Fusion mit einer Nachbargemeinde besitzt sie nun zwei Kirchen – eine Belastung, die auf Dauer nicht tragbar ist. Rückläufige Besucherzahlen und begrenzte Unterstützung durch die Landeskirche machen die Unterhaltskosten unerschwinglich. Dennoch finden weiterhin regelmäßige Gottesdienste statt, darunter eine jährliche Gedenkveranstaltung für Verkehrstote und besondere Andachten für Motorradfahrer.
Der mit dem Verkauf beauftragte Immobilienmakler sieht Potenzial in der Zukunft des Gebäudes. Ein Abriss scheidet aufgrund des Denkmalschutzes aus, doch ein neuer Eigentümer könnte die Kirche für Veranstaltungen, Konzerte oder Aufführungen umnutzen. Bis dahin bleibt sie täglich geöffnet und bietet Autofahrern auf einer der meistbefahrenen Strecken Deutschlands einen Ort der Stille.
Der Verkauf der Autobahnkirche Ruhr markiert das Ende einer Ära für die Epiphanias-Gemeinde. Der Denkmalschutz sichert zwar den Erhalt des Gebäudes, doch sein weiteres Schicksal hängt von einem Käufer ab, der es mit neuen Ideen füllt. Bis dahin bleibt die Kirche eine friedvolle Raststätte an einer der verkehrsreichsten Autobahnen des Landes.






