Grüner Wasserstoff in Deutschland: Klimaziele drohen an Realität zu scheitern
Rainer SchäferGrüner Wasserstoff in Deutschland: Klimaziele drohen an Realität zu scheitern
Deutschlands Vorstoß für grünen Wasserstoff verliert an Fahrt
Laut dem aktuellen Gasbilanz-2025-Bericht stockt Deutschlands Bemühungen um grünen Wasserstoff. Zwar hat das Bundesland ehrgeizige Klimaziele gesetzt, doch hohe Stromkosten und regulatorische Unsicherheiten bremsen die Fortschritte aus. Nur noch 7,2 Gigawatt (GW) Elektrolysekapazität gelten bis 2030 als gesichert – ein deutlicher Rückgang gegenüber früheren Prognosen von 11,3 GW.
Der Bericht zeigt eine Verlangsamung beim Ausbau von Wasserstoff: Viele geplante Projekte werden verschoben oder ganz gestrichen. Rund 1,3 GW Elektrolyseurkapazität befinden sich derzeit im Bau oder haben finale Investitionsentscheidungen erhalten. Doch das bleibt weit hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück.
Gleichzeitig steigt Deutschlands Bundesländer Abhängigkeit von Gas. Der Verbrauch kletterte 2025 im Vergleich zum Vorjahr um etwa 3 Prozent, wodurch sich der Anteil von Gas am Primärenergieverbrauch von 25,9 auf 26,9 Prozent erhöhte. Zwar stoßen Gaskraftwerke mit rund 392 Gramm CO₂ pro Kilowattstunde weniger aus als Kohlekraftwerke – doch der deutsche Stromsektor bleibt damit kohlenstoffintensiver als in Ländern, die aktiv aus der Kohle aussteigen.
Ein zentraler Baustein der deutschen Wasserstoffstrategie, das 525 Kilometer lange Wasserstoff-Pipelinenetz, soll wie geplant 2025 in Betrieb gehen. Ohne schnellere Fortschritte beim Ausbau der Elektrolysekapazitäten könnte das System jedoch Schwierigkeiten haben, die Nachfrage zu decken.
Der Bericht unterstreicht zwei gegensätzliche Trends: einen zögerlichen Wasserstoff-Hochlauf und eine Renaissance der Gasnutzung. Mit nur noch 7,2 GW gesicherter Elektrolysekapazität steht Deutschland Bundesländer vor Herausforderungen, seine Klimaziele zu erreichen. Gleichzeitig droht der steigende Gasverbrauch, die Emissionen höher zu halten als beabsichtigt.






