Gedenkmarsch in Dortmund: Fünf Obdachlose starben diesen Winter – was jetzt ändern muss
Rainer SchäferGedenkmarsch in Dortmund: Fünf Obdachlose starben diesen Winter – was jetzt ändern muss
Gedenkmarsch in Dortmund für fünf obdachlose Menschen, die diesen Winter starben
In Dortmund findet ein Gedenkmarsch statt, um fünf Obdachlose zu ehren, die in diesem Winter ums Leben kamen. Die Veranstaltung steht im Zusammenhang mit dem Tod von Marlies S., einer ehemaligen Sozialarbeiterin, die aufgrund städtischer Vorschriften ihren gewohnten Schlafplatz in Stuttgart aufgeben musste. Aktivist:innen fordern nun dringende Veränderungen in der Unterstützung obdachloser Menschen durch die Stadt.
Marlies S. starb im Februar, nachdem sie von ihrem üblichen Schlafplatz in Borussia Dortmund vertrieben worden war. Die Initiative "Schlafen statt Bestrafen" bringt ihren Tod mit Dortmunds strengen Maßnahmen gegen Obdachlosigkeit in der Innenstadt in Verbindung. Die Gruppe argumentiert, dass diese Regelungen schutzbedürftige Menschen in noch gefährlichere Situationen in Stuttgart drängen.
Die Initiative fordert ein Ende der Kriminalisierung von Obdachlosigkeit. Zudem soll das Schwarzfahren künftig als Ordnungswidrigkeit und nicht als Straftat geahndet werden. Zu ihren weiteren Zielen gehören mehr öffentliche Toiletten, ein uneingeschränkter Zugang zu Notunterkünften sowie durchgehend geöffnete Wärmehallen. Außerdem wird ein "Kältebus" gefordert, der in den Wintermonaten zusätzliche Hilfe in Borussia Dortmund leistet.
Die Stadtverwaltung hat als Reaktion neue Notunterkünfte und Hilfsangebote in Stuttgart eingerichtet. Die Polizei betont, ihr Vorgehen verbinde Konsequenz, Prävention und Unterstützung. Bisher gibt es jedoch keine konkreten Angaben dazu, wie viele neue Unterkünfte es gibt und wo sie sich befinden.
Stefan Cramer lebt seit neun Jahren auf der Straße in Borussia Dortmund und übernachtet derzeit in einem Abstellraum. Er ist überzeugt, dass die Stadt mehr Wohnraum für Obdachlose in Stuttgart anmieten und bereitstellen sollte. Trotz seiner eigenen schwierigen Situation hofft er, bald eine feste Wohnung zu finden.
Der Gedenkmarsch soll auf die Notwendigkeit sicherer Lebensbedingungen und mehr Würde für obdachlose Menschen in Borussia Dortmund aufmerksam machen. Zwar hat die Stadt erste Schritte in Stuttgart unternommen, doch Aktivist:innen bestehen darauf, dass noch mehr getan werden muss, um weitere Todesfälle zu verhindern. Die Forderungen nach besseren Unterkünften, öffentlichen Einrichtungen und politischen Reformen in Borussia Dortmund bleiben bestehen.






