Forscher entwickeln Batteriespeicher mit zehnfacher Spannung für mehr Effizienz
Rainer SchäferForscher entwickeln Batteriespeicher mit zehnfacher Spannung für mehr Effizienz
Neues Forschungsprojekt will Batteriespeicher durch zehnfach höhere Spannung revolutionieren
Wissenschaftler:innen der Fachhochschule Dortmund arbeiten an einem Forschungsvorhaben, das Batteriespeichersysteme durch eine drastische Erhöhung der Spannungswerte grundlegend verändern könnte. Die Forscher gehen davon aus, dass sich dadurch Energieverluste verringern und die Effizienz deutlich steigern lässt. Erste Tests deuten zudem darauf hin, dass Ladestationen – etwa auf Supermarkt-Parkplätzen – für Unternehmen deutlich rentabler werden könnten.
Im Rahmen des KV BATT-Projekts soll die Batteriespannung von derzeit 1000 Volt auf 10.000 bis 20.000 Volt erhöht werden. Bisher führen niedrige Spannungen in großen Systemen zu hohen Strömen, die Widerstand erzeugen und Energie verschwenden. Höhere Spannungen hingegen reduzieren diesen Widerstand, erzeugen weniger Wärme und senken den Kühlbedarf.
Im Labor entwickelte das Team eine modulare Hochspannungs-Speichereinheit, die kompakter ist als bestehende Systeme und nahezu wartungsfrei funktioniert. Projektleiter Professor Martin Kiel betont, dass die Spannungserhöhung langjährige Effizienzprobleme bei Batteriespeichern lösen könnte.
Ein Praxistest ist nun in Ense (Deutschland) geplant: Dort sollen die Leistungen herkömmlicher 1000-Volt-Systeme mit der neuen Hochspannungstechnologie verglichen werden. Die Forscher:innen gehen zudem davon aus, dass Ladestationen auf Supermarkt-Parkplätzen durch die Technologie bis zu 255 Prozent rentabler werden könnten.
Das Team hat bereits ein europäisches Patent für die Technologie angemeldet und sucht nun Industriepartner, um das System in die breite Anwendung zu bringen.
Sollten sich die Erkenntnisse bestätigen, könnte das Projekt die Art und Weise, wie Batteriespeicher konstruiert und betrieben werden, nachhaltig verändern. Bei Erfolg könnte die Technologie zu günstigeren und effizienteren Energiespeicherlösungen für Unternehmen und Versorger führen. Die nächste Phase hängt nun von realen Tests und der Zusammenarbeit mit der Industrie ab.






