Evonik kämpft mit sinkenden Gewinnen und plant 1.000 Stellenstreichungen bis 2026
Rainer SchäferEvonik-Aktionäre erhalten niedrigere Dividende - Evonik kämpft mit sinkenden Gewinnen und plant 1.000 Stellenstreichungen bis 2026
Evonik meldet Rückgang bei Gewinn und Umsatz für 2025 – Spezialchemiebranche in schwierigem Fahrwasser
Evonik hat für das Jahr 2025 einen Rückgang bei Ertrag und Umsatz verzeichnet, was die anhaltenden Herausforderungen in der Spezialchemiebranche widerspiegelt. Das bereinigte EBITDA des Konzerns sank um 9 Prozent auf knapp 1,9 Milliarden Euro und lag damit im Rahmen der zuvor gegebenen Prognose. Auch der Umsatz ging um 7 Prozent zurück und erreichte 14,1 Milliarden Euro – bedingt durch die schwache konjunkturelle Lage.
In den vergangenen fünf Jahren geriet Evonik im globalen Markt zunehmend unter Druck. Chinesische Wettbewerber wie Wanhua Chemical und Sinopec haben ihre Produktionskapazitäten massiv ausgebaut, wodurch Evonik in Schlüsselbereichen wie Methacrylaten und Kieselsäure einen Marktanteilsverlust von 2 bis 5 Prozent hinnehmen musste. Die günstigere Produktion in Asien erschwert dem Unternehmen die Wettbewerbsfähigkeit, auch wenn es in hochwertigen Nischenprodukten in Europa und Nordamerika weiterhin gut positioniert bleibt.
Für 2026 rechnet Evonik mit einem bereinigten EBITDA zwischen 1,7 und 2,0 Milliarden Euro. Im Rahmen von Sparmaßnahmen kündigte das Unternehmen an, im kommenden Jahr rund 1.000 Stellen abzubauen.
Um die Aktionärsrenditen zu stabilisieren, führte Evoniks Vorstandsvorsitzender eine neue Dividendenpolitik ein. Ab 2026 wird das Unternehmen eine feste Dividende von 1,00 Euro pro Aktie zahlen, während künftige Ausschüttungen zwischen 40 und 60 Prozent des bereinigten Konzernnettoergebnisses liegen sollen. Die RAG-Stiftung, größter Evonik-Aktionär, unterstützt diesen Kurs.
Die Finanzzahlen für 2025 unterstreichen die anhaltenden Schwierigkeiten der Chemieindustrie. Mit Stellenabbau und einer überarbeiteten Dividendenstrategie passt Evonik seine Ausrichtung an, um in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld zu bestehen. Die Aktionäre erhalten zunächst eine feste Grunddividende, gefolgt von ergebnisabhängigen Ausschüttungen in den Folgejahren.






