01 February 2026, 15:09

Evonik-Chef Kullmann warnt vor Annäherung der Wirtschaft an die AfD

Ein altes deutsches Aktienzertifikat, das von der deutschen Regierung ausgestellt wurde und Text und Zahlen enthält.

Evonik-Chef warnt kleine Unternehmen vor Annäherung an AfD - Evonik-Chef Kullmann warnt vor Annäherung der Wirtschaft an die AfD

Christian Kullmann, Vorstandsvorsitzender des Chemiekonzerns Evonik, hat deutsche Unternehmen scharf dafür kritisiert, sich der rechtsextremen AfD anzunähern. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit wachsender Besorgnis über den Aufstieg politischen Extremismus in Deutschland. Evonik, ein Industriegigant mit über 30.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von 15,2 Milliarden Euro im vergangenen Jahr, steht plötzlich im Mittelpunkt dieser Debatte.

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Kullmann bezeichnete den Trend als "katastrophal" und warnte, die Wirtschaft müsse klar Position gegen eine Zusammenarbeit mit der AfD beziehen. Er zeigte sich tief frustriert über das aktuelle politische Klima, das er als "alarmierend" bezeichnete. Seine Kritik folgt Berichten zufolge, wonach sich mittelständische deutsche Firmen zunehmend offen für die Partei zeigen.

Im Oktober 2025 hatte die Vereinigung der Familienunternehmer AfD-Abgeordnete zu einer parlamentarischen Veranstaltung nach Berlin eingeladen. Der Schritt löste Empörung aus, woraufhin mehrere prominente Mitglieder aus Protest austraten. Kullmann führte die Hinwendung zu autoritären Positionen auf Ängste vor wirtschaftlichen Schwierigkeiten und sozialem Niedergang zurück.

Evonik selbst steht weiterhin unter erheblichem Einfluss der RAG-Stiftung, die knapp 47 Prozent der Anteile hält. Dennoch hat laut verfügbaren Unterlagen seit 2023 kein mittelständisches deutsches Unternehmen öffentlich Unterstützung für die AfD erklärt.

Kullmanns Warnungen unterstreichen die Spannung zwischen wirtschaftlichen Interessen und politischem Extremismus in Deutschland. Die Kontroverse um die wachsenden Verbindungen der AfD zur Wirtschaft hat bereits zu öffentlichen Austritten aus wichtigen Organisationen geführt. Die Debatte dreht sich nun darum, ob sich in den kommenden Monaten weitere Unternehmen von der Partei distanzieren werden.