Duisburger Stadtwerke-Skandal: Vorstandsmitglieder nach Korruptionsverdacht suspendiert
Susanne BachmannExorbitante Gehälter für Betriebsräte? DVV-Chefs entlassen - Duisburger Stadtwerke-Skandal: Vorstandsmitglieder nach Korruptionsverdacht suspendiert
Zwei Führungskräfte der Duisburger Stadtwerke (DVV), die beiden Vorstandsmitglieder Marcus Wittig und Axel Prasch, sind im Zuge eines wachsenden Skandals von ihren Posten enthoben worden. Ermittler durchsuchten in dieser Woche ihre Wohnungen und beschlagnahmten Dokumente sowie elektronische Geräte im Rahmen eines strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens wegen des Verdachts auf Fehlverhalten. Im Mittelpunkt des Falls stehen Vorwürfe, wonach Mitglieder des Betriebsrats überhöhte Zahlungen, Leistungen weit über das übliche Maß hinaus, erhalten haben sollen. Zudem gibt es den Verdacht auf Beweismanipulation und Justizbehinderung, die nun näher untersucht werden. Ausgelöst wurde die Affäre durch einen anonymen Hinweis auf unregelmäßige Gehaltszahlungen an Betriebsratsvertreter. Daraufhin beauftragte Sören Link, Oberbürgermeister von Duisburg und Vorsitzender des Aufsichtsrats der DVV, eine unabhängige juristische Untersuchung. Am 15. Januar 2026 forderte der Aufsichtsrat die beiden Vorstandsmitglieder auf, vorläufig zurückzutreten. Zunächst kamen sie der Aufforderung nach, sollen später jedoch versucht haben, die Ermittlungen zu behindern. Die Staatsanwaltschaft geht nun davon aus, dass sie Mitarbeiter angewiesen haben könnten, belastende Unterlagen zu vernichten. Die Ermittlungen wurden inzwischen auf mögliche Verstöße gegen das Betriebsverfassungsgesetz sowie auf den Vorwurf der Anstiftung zur Beweisunterdrückung ausgeweitet. Die DVV, einer der größten Arbeitgeber der Stadt mit über 4.500 Beschäftigten, hat sich zu den Vorwürfen bisher nicht direkt geäußert. Stattdessen konzentrieren sich das Unternehmen und die Stadtverwaltung auf die externe juristische Prüfung und arbeiten mit den Ermittlungsbehörden zusammen. Mehreren Betriebsratsmitgliedern wird vorgeworfen, Leistungen erhalten zu haben, die weit über das übliche Maß hinausgehen. Die Untersuchungen laufen weiter, wobei geprüft wird, ob die suspendierten Führungskräfte an diesen Zahlungen beteiligt waren oder später versucht haben, die Justiz zu behindern. Die beiden Manager bleiben bis zum Vorliegen der Ergebnisse der externen Anwaltskanzlei suspendiert. Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob formell Anklage wegen Untreue und Justizbehinderung erhoben wird. Das Ergebnis des Verfahrens könnte weitreichende Folgen für die Unternehmensführung der DVV sowie für die Durchsetzung der deutschen Arbeits- und Unternehmensregularien haben.






