Dramé-Brüder droht Abschiebung trotz Rechtskampf um tödlichen Polizeieinsatz
Rainer SchäferDramé-Brüder droht Abschiebung trotz Rechtskampf um tödlichen Polizeieinsatz
Sidy und Lassana Dramé droht trotz ihres anhaltenden Rechtskampfs um die tödliche Polizeierschießung ihres Bruders die Abschiebung aus Deutschland. Das Dortmunder Ausländeramt verweigerte die Verlängerung ihrer Aufenthaltserlaubnis, die im Januar 2026 ausläuft. Nun formiert sich Unterstützung für die Brüder: In einem offenen Brief und einer Petition wird gefordert, ihnen ein dauerhaftes Bleiberecht zu gewähren.
Mouhamed Lamine Dramé war 2022 während einer psychischen Krise von der Polizei erschossen worden. Seine Brüder kämpfen seitdem gegen den Freispruch der beteiligten Beamten an – sie werfen den Ermittlern vor, den Einsatz fehlerhaft durchgeführt zu haben. Die beiden leben weiterhin in Deutschland, wo sie Sprachkurse besucht, ehrenamtlich gearbeitet und Arbeitsangebote erhalten haben.
Das Ausländeramt hatte ihren Aufenthalt zunächst befristet und ihre Pässe eingezogen. Zwar setzten die Brüder diese Entscheidung erfolgreich vor Gericht durch, doch nun steht sie vor einem neuen Hindernis: Ihre Aufenthaltsgenehmigungen laufen demnächst ab. Die Behörden argumentieren, sie könnten das Berufungsverfahren auch aus dem Senegal verfolgen – trotz ihrer engen Bindung an Deutschland.
Unterstützer:innen betonen, die Anwesenheit der Brüder sei entscheidend für die juristische und politische Aufarbeitung des Falls. In keiner anderen deutschen Stadt wurde bisher öffentlich darüber diskutiert, Mouhamed Dramé mit der Umbenennung einer Straße oder eines Platzes zu ehren.
Ungewiss bleibt, ob die Brüder eine Zukunft in Deutschland haben werden, während die juristischen Auseinandersetzungen andauern. Ihr Fall zeigt das Spannungsfeld zwischen Migrationspolitik und ihrem Kampf um Gerechtigkeit. Vorerst bleiben ihre Pässe beschlagnahmt, während sich das Berufungsverfahren hinzieht.






