Dortmunder Bündnis kämpft für Aufenthaltsrecht der Dramé-Brüder nach Polizeitod
Katarzyna WirthDortmunder Bündnis kämpft für Aufenthaltsrecht der Dramé-Brüder nach Polizeitod
In Dortmund formiert sich ein breites Bündnis, das sich für langfristige Aufenthaltsrechte für Sidy und Lassana Dramé einsetzt – die Brüder von Mouhamed Dramé, der 2022 bei einem Polizeieinsatz ums Leben kam. Ihre aktuellen Aufenthaltstitel sind abgelaufen, ihre Zukunft damit ungewiss. In einem offenen Brief, unterstützt von zivilgesellschaftlichen Akteur:innen und Aktivist:innen, wird nun eine Verlängerung der Papiere sowie das Recht auf Arbeit gefordert, solange die juristischen Verfahren andauern.
Sidy und Lassana Dramé leben seit zwei Jahren in Dortmund und unterstützen die Ermittlungen zum Tod ihres Bruders am 8. August 2022. Ihre Aufenthaltsgenehmigungen sind inzwischen ausgelaufen, doch öffentliche Updates zum Stand des Verfahrens gibt es nicht. Der Bundesgerichtshof hat keine neuen Schritte angekündigt, und über die initialen Berichte von Aktivist:innen hinaus bleiben Details rar.
Ein offener Brief, unterzeichnet von einem breiten Bündnis – darunter Hannah Rosenbaum, Bezirksbürgermeisterin der Nordstadt –, appelliert an die Stadt, den Brüdern Sicherheit und Arbeitserlaubnisse zu gewähren. Rosenbaum betont, dass die Dortmunder Zivilgesellschaft ihnen eine stabile Perspektive bieten sollte. Auch Jörg Stüdemann, Stadtkämmerer und Dezernent, unterstützt eine Verlängerung der Aufenthaltstitel aus humanitären Gründen.
Die Stadt hat die Besonderheit des Falls anerkannt. Behörden bestätigten, dass das Ausländeramt prüft, ob erstmals Arbeitserlaubnisse erteilt werden können. Die Migrationsanwältin Claire Deery besteht darauf, dass die Aufenthaltstitel der Brüder aufgrund des laufenden Berufungsverfahrens verlängert werden müssten. Zudem habe Dortmund die Möglichkeit, Arbeitsrechte nach eigenem Ermessen zu gewähren.
Sidy, 39, ist gelernter Schneider und engagiert sich ehrenamtlich in einer wöchentlichen Nähwerkstatt in der Stadt. Er hofft, bis zum Abschluss des Verfahrens legal arbeiten zu können. Lassana, 26, unterstützt als Freiwilliger einen lokalen Künstler, wünscht sich aber ebenfalls einen regulären Arbeitsplatz. Beide Brüder fehlen derzeit die notwendigen Papiere, um ihren Lebensunterhalt eigenständig zu bestreiten.
Die Entscheidung liegt nun beim Dortmunder Ausländeramt, das über Arbeitserlaubnisse und Aufenthaltsverlängerungen befinden wird. Bei einer Genehmigung könnten die Brüder ihre Existenz sichern, während sie auf den Ausgang des Rechtsstreits warten. Die Reaktion der Stadt wird zeigen, ob sie langfristig in Dortmund bleiben und eine stabile Zukunft aufbauen können.






