Deutsche Bahn schließt Reisezentren in Wuppertal und Solingen – Kritik an fehlender Fahrgastunterstützung
Katarzyna WirthDeutsche Bahn schließt Reisezentren in Wuppertal und Solingen – Kritik an fehlender Fahrgastunterstützung
Die Deutsche Bahn wird ihre Reisezentren an den Hauptbahnhöfen Wuppertal und Solingen schließen. Der Beschluss folgt auf den Verlust eines lokalen Ticketvertriebsauftrags an den Konkurrenten Transdev. Kritiker bemängeln, dass viele Fahrgäste dadurch ohne wichtige persönliche Unterstützung dastehen werden.
Hintergrund der Schließung sind wirtschaftliche Zwänge, nachdem der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) den örtlichen Nahverkehrs-Ticketvertrag an Transdev vergeben hatte. Ein Sprecher der Deutschen Bahn in Düsseldorf, Dirk Pohlmann, lehnte eine Stellungnahme zu dem Vorhaben ab.
Lokale Politiker lehnen die Pläne entschieden ab. Die SPD-Landtagsabgeordneten Josef Neumann, Dilek Engin und Andreas Bialas warnen, dass die Schließung der Zentren besonders benachteiligte Gruppen unverhältnismäßig hart treffen werde. Neumann betonte, dass sozial Schwache und Touristen am stärksten betroffen seien und gezwungen würden, Hilfe in weiter entfernten Städten zu suchen.
Engin verwies auf die Bedeutung geschulten Personals bei komplexen Buchungen und kurzfristigen Änderungen. Bialas ergänzte, dass ältere Menschen und solche, die mit digitalen Tools nicht vertraut sind, ohne persönliche Beratung vor großen Problemen stünden. Zudem drohe der Schritt, das ohnehin angeschlagene Image der Deutschen Bahn weiter zu beschädigen – insbesondere bei Zugausfällen, wenn Fahrgäste auf schnelle Hilfe angewiesen sind.
Die Reisezentren in Wuppertal und Solingen werden künftig weder Tickets verkaufen noch Kundenservice anbieten. Ohne alternative Präsenzangebote könnten Fahrgäste in der Region künftig größere Schwierigkeiten haben, ihre Reisen zu planen oder umzubuchen. Die Auswirkungen auf benachteiligte Gruppen bleiben für lokale Vertreter ein zentrales Anliegen.






