14 March 2026, 18:37

Willich baut Kita-Angebot um: Weniger Plätze, mehr Effizienz durch Reformen

Ein eingestürztes Gebäude an einer Straßenecke mit Fahrzeugen, Fußgängern, Bäumen und einem klaren Himmel, umgeben von Schutt und Trümmern.

Willich baut Kita-Angebot um: Weniger Plätze, mehr Effizienz durch Reformen

Willich reformiert seine Kinderbetreuung angesichts sinkender Nachfrage und finanzieller Zwänge

Die Stadt Willich passt ihr Angebot an Kinderbetreuungsplätzen an veränderte Bedarfe und Haushaltsengpässe an. Geplante Neubauten wie die Kita im Alperhof wurden gestrichen – stattdessen wird die Einrichtung in das Reinershof-Projekt verlegt. Gleichzeitig sollen einige Standorte schließen, während andere länger gefördert werden, da die Stadt bis 2029 mit einem Überschuss von 440 Betreuungsplätzen rechnet.

Jahre lang kämpfte Willich mit einem Mangel an Kita-Plätzen, besonders in den nördlichen Stadtteilen wie Neersen und Anrath. Doch nun führen rückläufige Geburtenraten und demografische Verschiebungen dazu, dass die Stadt bis 2029 mit 440 ungenutzten Plätzen plant. Neueinrichtungen seien unter diesen Umständen nicht mehr vertretbar, heißt es aus der Verwaltung – eine Neuausrichtung der bestehenden Strukturen ist die Folge.

Alperhof-Kita wird verlegt, andere Standorte schließen Die größten Änderungen betreffen die Kita Alperhof: Statt eines Neubaus wird das bestehende Gebäude abgerissen und die Einrichtung in das Reinershof-Projekt integriert. Der neue Standort liegt etwas weiter entfernt – mit dem Auto sind es neun, mit dem Bus sechzehn Minuten Fahrzeit.

Weitere Schließungen stehen an: Die Kita St. Irmgardis wird zum Ende des Kita-Jahres 2026/2027 geschlossen; ihr Gebäude übernimmt anschließend das Familienzentrum Villa Kunterbunt. Das DRK-Projekt Schatzkiste als Brückenangebot läuft zum 31. Juli 2026 aus. Die Kita Blaues Haus in Schiefbahn erhält hingegen bis zum 31. Juli 2027 weiterhin freiwillige Zuschüsse, um der Stadt Zeit für Gespräche mit dem Träger AWO über die Zukunft der Einrichtung zu geben.

Von Engpässen zu Leerständen: Die Kehrtwende in der Betreuungslandschaft Noch vor wenigen Jahren herrschte in den nördlichen Stadtteilen ein massiver Mangel an Plätzen – hohe Geburtenzahlen führten zu Frust bei Eltern und machten die Region für junge Familien weniger attraktiv. Doch nun, da die Zahlen sinken, kann sich die Stadt den Betrieb kaum genutzter Einrichtungen schlicht nicht mehr leisten. Man versichert, im Dialog mit dem Kirchenkreis zu bleiben, um das Angebot bedarfsgerecht anzupassen.

Finanzielle Not und Umverteilung der Ressourcen Die Haushaltslage war entscheidend für die Neuausrichtung: Angesichts knapper Kassen und rückläufiger Nachfrage verzichtet die Stadt auf den Bau zweier geplanter städtischer Kitas. Stattdessen werden bestehende Kapazitäten umgeschichtet, um sie dort einzusetzen, wo sie tatsächlich gebraucht werden.

Für manche Familien bedeutet die Reform, dass ihre vertraute Kita schließt, während andere von verlegten Angeboten profitieren. Die Kinder aus dem Alperhof werden in Reinershof aufgenommen, und die Villa Kunterbunt zieht in die Räume der bisherigen St.-Irmgardis-Kita um. Die Stadt betont, dass es darum gehe, Überkapazitäten abzubauen und gleichzeitig dort Betreuung zu sichern, wo der Bedarf am größten ist.

In den kommenden Jahren sollen die Übergänge in enger Absprache mit Trägern und Eltern gestaltet werden.

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