Wie Hans Albers und die Padua Seemannslieder zur Legende machten
Susanne BachmannWie Hans Albers und die Padua Seemannslieder zur Legende machten
Der Film Große Freiheit Nr. 7 von 1944 rückte Seemannslieder ins Rampenlicht, mit Hans Albers in der Rolle eines Seemanns, der sich nach den weiten Wellen sehnt. Seine Darstellung von La Paloma an Bord der Padua – des letzten großen Hamburger Segelschiffs – hinterließ einen bleibenden Eindruck in der deutschen maritimen Kultur. Für viele, wie Michael Krieg, wurden diese Lieder zu einer lebenslangen Leidenschaft, eng verknüpft mit Kindheitserinnerungen.
Michael Krieg verbrachte seine frühen Jahre in der Nähe der Howaldtswerke-Werft in Kiel, wo er beobachtete, wie Schiffe in den Förde stachen und Marineschiffe vor Anker gingen. Die Eindrücke und Klänge des Hafens prägten seine Liebe zum Meer. Bei Familienausflügen erklangen oft die Stimmen von Hans Albers, Freddy Quinn und Lale Andersen, die mit ihren Seemannsliedern durch den Hafen hallten.
Als Junge trat Krieg einem Kirchenchor bei, wo er neben einem bassstarken Sänger stand, der auch beim Lotsen-Gesangverein mitwirkte – dem historischen Hamburger Lotsenchor, der bereits in den 1890er-Jahren gegründet worden war. Diese Gruppen hielten die maritimen Traditionen am Leben, indem sie Arbeitslieder mit choraler Harmonie verbanden.
Die Padua, das Schiff aus Albers' Film, fährt noch heute – nun als russisches Schulschiff Krusenstern. Sie ist die einzige erhaltene Viermastbark der legendären Flying P-Liner. Die filmische Darstellung der Sehnsucht nach der Seefahrt spiegelte die reale Nostalgie nach Deutschlands maritimem Erbe wider.
Seemannslieder entstanden im 19. Jahrhundert als Arbeitsgesänge von Seeleuten und Hafenarbeitern. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelten sie sich zu kulturellen Darbietungen, die das Erbe von Häfen wie Kiel und Hamburg bewahrten. Albers' Filme und Aufnahmen der 1930er- bis 1950er-Jahre machten diese Lieder populär und sicherten ihnen einen festen Platz in der deutschen Musik.
Das Erbe der Padua lebt unter neuem Namen und neuer Flagge weiter, während Chöre wie der Lotsen-Gesangverein noch immer jahrhundertealte Seemannslieder aufführen. Für Krieg und viele andere tragen diese Lieder die Last der Geschichte – vom Hafenalltag bis zur Leinwand. Die Tradition bleibt eine lebendige Verbindung zu Deutschlands maritimen Wurzeln.






