Warum wir heute ständig unsere Meinung kundtun müssen – und warum Stille zur Seltenheit wird
Susanne BachmannWarum wir heute ständig unsere Meinung kundtun müssen – und warum Stille zur Seltenheit wird
Von der Nahost-Krise bis zu veganen Torwarthandschuhen – diese Woche waren die Meinungen zu allem und jedem allgegenwärtig in Talkshows, Podcasts und Online-Foren. Die Debattenflut reißt nicht ab, stündlich werden neue Standpunkte für die öffentliche Diskussion produziert.
Die Autorin stellt fest, dass es heute fast schon ein Tabu ist, persönliche Ansichten für sich zu behalten. Skeptisch zeigt sie sich auch gegenüber dem Trend des achtsamen Atmens. Eine Theorie besagt, dass Menschen in der Natur Trost suchen, weil sie nicht urteilt und keine eigene Meinung äußert.
Als spielerischen Lösungsvorschlag für den endlosen Meinungsstrom schlägt die Autorin vor, jede Person auf nur drei Äußerungen pro Tag zu beschränken. Wer mehr von sich geben möchte, müsste sich dafür die Genehmigung eines Rebhuhns einholen. Die Idee unterstreicht auf humorvolle Weise, dass Meinungen niemals ganz verschwinden werden.
Würde die Natur selbst sprechen können, hätte sie wohl ebenfalls unermüdlich etwas zu den Menschen zu sagen. Mit ihrem augenzwinkernden Kommentar macht die Autorin auf den unaufhörlichen Strom an Standpunkten im modernen Leben aufmerksam. Doch Anzeichen dafür, dass der Welt bald die Meinungen ausgehen, sind nicht in Sicht.
