28 June 2026, 16:25

Wähler in NRW sorgen sich um Infrastruktur und Wirtschaft – CDU verliert deutlich an Zustimmung

Infratest: Bedeutende Verluste für die CDU in NRW - AfD auf Rekordhoch

Wähler in NRW sorgen sich um Infrastruktur und Wirtschaft – CDU verliert deutlich an Zustimmung

In Nordrhein-Westfalen haben sich die Prioritäten der Wähler deutlich verschoben. Infrastruktur, öffentlicher Nahverkehr und Verkehr stehen mit 31 Prozent an der Spitze der Sorgenliste. Bildung und Schulen folgen dicht dahinter, während das Thema Migration in der öffentlichen Wahrnehmung auf den dritten Platz gerückt ist.

Die wirtschaftliche Lage des Landes hat sich eingetrübt. Nur noch 22 Prozent der Wahlberechtigten bezeichnen die Wirtschaftslage als sehr gut oder gut – ein Rückgang um neun Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Angst vor Arbeitsplatzverlust ist gestiegen: 16 Prozent der Erwerbstätigen fürchten nun die Arbeitslosigkeit, ein Anstieg um sechs Punkte innerhalb eines Jahres.

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Auch politisch hat sich die Stimmung gewandelt. Kanzler Hendrik Wüsts CDU ist in den Umfragen auf 32 Prozent gefallen, ein Minus von drei Punkten seit Februar. Die SPD unter Jochen Ott hat ebenfalls drei Punkte verloren und liegt nun bei 17 Prozent, nahe an ihrem historischen Tiefstand. Die Grünen hingegen konnten zwei Punkte hinzugewinnen und kommen auf 15 Prozent, während die AfD auf 17 Prozent geklettert ist und damit gleichauf mit der SPD als zweitstärkste Kraft liegt.

Die FDP hat ebenfalls Fortschritte gemacht und mit einem Plus von einem Punkt erstmals seit April 2024 wieder die Fünf-Prozent-Hürde überschritten. Die Zufriedenheit mit der Landesregierung ist indes stark gesunken: Nur noch 42 Prozent der Bürger zeigen sich zufrieden – ein deutlicher Rückgang gegenüber den Werten zu Jahresbeginn.

Die steigenden Lebenshaltungskosten wirken sich spürbar auf den Alltag aus. Jeder vierte Einwohner passt seine Reisepläne an, wählt günstigere Alternativen oder sagt Reisen wegen der höheren Preise ganz ab.

Die Verschiebungen in den Wählerprioritäten und der Parteiensympathie spiegeln eine wachsende Unzufriedenheit in Nordrhein-Westfalen wider. Wirtschaftliche Sorgen, Unsicherheit am Arbeitsmarkt und die Kritik an der Regierungsarbeit prägen die politische Landschaft neu. Die Parteien werden sich dieser Themen annehmen müssen, um das Vertrauen der Bevölkerung zurückzugewinnen.

Quelle