17 March 2026, 00:32

Tourist gibt Bierkrug nach 48 Jahren an Münchner Hofbräuhaus zurück

Alte Werbeplakatabbildung mit einem Bierhumpen, zwei Metallbehältern und einem Glas Bier mit Textbeschreibung des Produkts.

Tourist gibt Bierkrug nach 48 Jahren an Münchner Hofbräuhaus zurück

Ein englischsprachiger Tourist hat fast 50 Jahre nach dem "Ausleihen" einen Bierkrug an Münchens Hofbräuhaus zurückgegeben. Der Mann, der die berühmte Bierhalle 1976 besuchte, schickte kürzlich den halblitergroßen Steinkrug zurück – zusammen mit 20 Euro als Entschädigung.

Der Vorfall folgt einem bekannten Muster: Gestohlene Krüge tauchen gelegentlich Jahrzehnte später wieder auf, oft begleitet von Entschuldigungen und kleinen Geldbeträgen ehemaliger Gäste.

Der Tourist gestand, den Krug nach einer durchzechten Nacht im Jahr 1976 "entliehen" zu haben. Als er am nächsten Morgen in seinem Hotelzimmer aufwachte, befand sich der Krug noch in seinem Besitz. Jahrzehnte später beschloss er, ihn zurückzugeben – und schickte den originalen "Saga"-Krug, der heute im Hofbräuhaus-Shop für 19,95 Euro verkauft wird, zusammen mit 20 Euro als Wiedergutmachung.

Solche Fälle sind keine Seltenheit. Das Hofbräuhaus erhält drei bis vier Briefe pro Jahr von Menschen, die gestohlene Krüge zurückgeben oder stattdessen Geld anbieten. In den letzten fünf Jahren konnte jedoch keiner der zurückgegebenen oder entschädigten Krüge als Original bestätigt werden. Stattdessen dienen Zahlungen wie diese der symbolischen Wiedergutmachung.

Um Diebstähle zu verhindern, gibt es Sicherheitsvorkehrungen: Das Personal kontrolliert an der Tür die Taschen der Gäste. Dennoch führt die Bierhalle keine Statistik darüber, wie viele Krüge jährlich verschwinden. Die 20 Euro des Touristen werden nun an die Bunte Münchner Kindl gespendet, eine lokale Organisation, die sich für Münchner Kinder engagiert.

Dies ist nicht der erste Fall einer verspäteten Rückgabe. 2020 schickte eine Amerikanerin einen Krug zurück, den sie 55 Jahre zuvor aus dem nahegelegenen Bierlokal Platzl mitgenommen hatte.

Der zurückgegebene Krug wird nicht wieder in Betrieb genommen. Stattdessen ergänzt er eine Sammlung wiederbeschaffter Gegenstände, die eine skurrile Tradition der nachträglichen Ehrlichkeit dokumentieren. Das Hofbräuhaus geht mit solchen Fällen um, indem es Sicherheitskontrollen mit gelegentlichen Gesten der Wiedergutmachung durch ehemalige Besucher verbindet.

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