02 April 2026, 14:27

Thüringer Pilotprojekt enthüllt: Jedes vierte Kind erlebt Cybergrooming im Netz

Karte von Australien, die den Prozentsatz von Minderjährigen in jedem Bundesstaat mit roter Schattierung hervorhebt, begleitet von einer Bildunterschrift über einvernehmlichen Sex und die Registrierung von Sexualstraftätern.

Thüringer Pilotprojekt enthüllt: Jedes vierte Kind erlebt Cybergrooming im Netz

Dreijähriges Pilotprojekt in Thüringen zeigt dringenden Handlungsbedarf bei digitaler sexualisierter Gewalt unter Jugendlichen

Ein dreijähriges Modellprojekt in Thüringen hat den dringenden Bedarf aufgezeigt, digitale sexualisierte Gewalt unter Kindern und Jugendlichen stärker zu bekämpfen. Fast die Hälfte aller Minderjährigen in Deutschland hat laut aktuellen Studien bereits Formen von Missbrauch im Netz erlebt. Nun wachsen die Forderungen nach flächendeckenden Maßnahmen – von Schulen bis hin zu Tech-Konzernen –, um das Problem einzudämmen, bevor es sich weiter ausbreitet.

Zwischen 2022 und 2025 leitete die Präventionsexpertin Yasmina Ramdani Workshops an Thüringer Schulen und erreichte dabei rund 5.000 Schülerinnen und Schüler der fünften bis achten Klassen. Finanziert vom Landesjugendamt war das Projekt das erste seiner Art in Deutschland. Mit einfachen Methoden wie einem Bingospiel regte Ramdani die Jugendlichen dazu an, über ihre Erfahrungen mit Apps und digitalen Grenzen zu sprechen.

Die Workshops machten deutlich, wie verbreitet Online-Missbrauch mittlerweile ist: Bis 2025 berichtete fast jedes vierte Kind von Erfahrungen mit Cybergrooming – also von Fällen, in denen Täter gezielt über Chats Kontakt zu Minderjährigen suchen. Viele Vorfälle spielten sich zudem im Freundes- oder Klassenchat ab, oft ausgedrückt durch Naivität oder Gruppendruck.

Das Thema rückte weiter in den Fokus, nachdem die Schauspielerin Collien Fernandes ihren Ex-Mann, Christian Ulmen, öffentlich der digitalen Gewalt beschuldigt hatte. Ihr Fall verdeutlichte, dass Täter selten Fremde sind – häufig handelt es sich um Personen aus dem persönlichen Umfeld der Opfer. Fachleute fordern nun, dass Prävention Eltern, Schulen und sogar Technologieunternehmen einbeziehen muss, um sichere digitale Räume zu schaffen.

Trotz des Erfolgs des Pilotprojekts gibt es jedoch keine bundesweiten Daten darüber, wie viele Schulen seitdem ähnliche Programme eingeführt haben. Dadurch bleiben Schutzlücken für junge Menschen im gesamten Land bestehen.

Das Thüringer Projekt zeigte, dass frühzeitige Aufklärung Schülerinnen und Schüler dabei helfen kann, digitale Übergriffe zu erkennen und abzuwehren. Ohne eine breitere Umsetzung bleiben jedoch viele Kinder gefährdet. Schulen, Eltern und Politiker stehen nun vor der Aufgabe, solche Initiativen auszubauen – bevor noch mehr junge Menschen im Netz zu Schaden kommen.

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