Solinger Ratsfraktion kämpft gegen Abrisspläne für Theater und Konzerthaus
Rainer SchäferSolinger Ratsfraktion kämpft gegen Abrisspläne für Theater und Konzerthaus
Die Ratsfraktion SG_zukunft in Solingen hat scharfe Kritik an einer Szenariostudie zur Zukunft des städtischen Theaters und Konzerthauses geübt. Die Gruppe warnt vor einem Abriss des Gebäudes zugunsten eines neuen Feuerwehr- und Rettungsdienststandorts und führt mehrere Bedenken gegen den Vorschlag an.
Die Fraktion argumentiert, dass der Abriss der bestehenden Kulturstätten kurzsichtig wäre. Sie weist darauf hin, dass Neubauten von Theatern selten seien und der Erhalt der aktuellen Einrichtungen Vorrang haben sollte. SG_zukunft betont zudem, dass der kulturelle Wert nicht allein nach finanziellen oder wirtschaftlichen Kriterien bewertet werden dürfe.
Kritik übt die Gruppe auch an der Studie selbst. Sie wirft vor, diese sei mit einer vorgegebenen Agenda in Auftrag gegeben worden und stütze sich auf ungeprüfte Daten der Stadtverwaltung und der Feuerwehr. Zudem fehlen ihrer Ansicht nach wichtige Details, etwa die graue Energie des bestehenden Gebäudes oder die Existenz eines unterirdischen Bunkers auf dem Gelände.
Ein weiteres zentrales Thema sind die finanziellen Risiken. SG_zukunft verweist auf das Feuerwehrprojekt in Ohligs, dessen Kosten von ursprünglich 14 Millionen Euro auf über 34 Millionen Euro explodierten. Ähnliche Kostenüberschreitungen befürchtet die Fraktion auch bei einem Neubau an dieser Stelle. Zudem warnt sie vor möglichen Verkehrsbehinderungen durch einen Feuerwehrstandort an diesem Ort.
Die Debatte wird in den kommenden Tagen in die politischen Gremien der Stadt getragen. Für Montag ist eine öffentliche Präsentation der Szenariostudie geplant, gefolgt von einer Diskussion im Stadtrat Anfang nächster Woche.
SG_zukunft bleibt weiterhin entschieden gegen die Abrisspläne und die Ergebnisse der Studie. Die Bedenken der Fraktion umfassen finanzielle, ökologische und kulturelle Aspekte. Die anstehenden politischen Beratungen werden über die nächsten Schritte für die Zukunft von Theater und Konzerthaus entscheiden.
