Rücktritt von Olaf Hermes: Bonner Stadtwerke verlieren Chef mitten im Immobilienskandal
Susanne BachmannRücktritt von Olaf Hermes: Bonner Stadtwerke verlieren Chef mitten im Immobilienskandal
Olaf Hermes, der Chef der Bonner Stadtwerke, hat seinen Rücktritt bekanntgegeben – mitten in einen anhaltenden Immobilienskandal in Bonn hinein. Sein Abschied erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen große Investitionen plant, gleichzeitig aber auch Einsparungen im lokalen Nahverkehr anstrebt. Hermes erklärte, er sehe keine Möglichkeit, über den Sommer hinaus im Amt zu bleiben.
Hermes hatte 2022 die Führung der Bonner Stadtwerke übernommen. Im Dezember deckte er einen umstrittenen Grundstücksdeal am Flugplatz Hangelar auf und enthüllte dabei Versuche lokaler Politiker, das Unternehmen von der Transaktion abzuhalten. Das Unternehmen beauftragte daraufhin eine juristische Prüfung, die ergab, dass der Prozess möglicherweise "nicht frei von externen Einflüssen und Interessenkonflikten" gewesen sei. Dennoch bekräftigte der Aufsichtsrat sein volles Vertrauen in Hermes und die Geschäftsführung.
Der Versorger hat beschlossen, einen vertraulichen Bericht zu der Angelegenheit an die Staatsanwaltschaft weiterzuleiten. Bisher wurden jedoch weder konkrete rechtliche Schritte noch Ermittlungen seitens der Bonner Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit dem Hangelar-Flughafen-Skandal oder den mutmaßlichen Interessenkonflikten bekannt.
Hermes' Rückzug fällt in eine entscheidende Phase für das Unternehmen: Die Bonner Stadtwerke bereiten umfangreiche Investitionen vor und arbeiten gleichzeitig an Kostensenkungen im ÖPNV-Bereich.
Bis zum Sommer wird Hermes sein Amt niederlegen und damit seine zweijährige Amtszeit beenden. Das Unternehmen steht nun vor der Herausforderung, seine finanziellen Pläne umzusetzen und gleichzeitig die Folgen des Immobilienskandals zu bewältigen. Die Staatsanwaltschaft hat bisher noch keine offiziellen Schritte als Reaktion auf die Vorwürfe eingeleitet.