22 March 2026, 10:32

Rheinisches Revier verwandelt Tagebaue in gigantische Seenlandschaften

Ein malerischer Blick auf den Rhein in Deutschland mit einer Burg auf einem Hügel, Booten auf dem Fluss, Fahrzeugen auf der Straße und einem bewölkten Himmel.

Rheinisches Revier verwandelt Tagebaue in gigantische Seenlandschaften

Offizieller Start für die Flutung ehemaliger Braunkohletagebaue im Rheinischen Revier

Ein großes Vorhaben zur Flutung ehemaliger Braunkohletagebaue im Rheinischen Revier ist nun offiziell angelaufen. In den kommenden vier Jahrzehnten sollen drei riesige Tagebaustätten in Seen verwandelt werden. Am Rand des Tagebaus Hambach markierte ein symbolischer Spatenstich den Baubeginn einer 45 Kilometer langen Wasserleitung.

Die Pipeline wird ab 2030 Rheinwasser in den Tagebau Hambach leiten, gefolgt von Garzweiler und Inden im Jahr 2036. Der Energiekonzern RWE, der hinter dem Projekt steht, bezeichnet es als einen Schritt zur Schaffung neuer Landschaften für Tourismus und Naturschutz.

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Die 45 Kilometer lange Leitung wird aus 10.000 Einzelrohren bestehen, von denen einige einen Durchmesser von bis zu 2,2 Metern haben. Ihr Zweck ist es, Wasser aus dem Rhein in den Tagebau Hambach zu leiten, wo die Flutung 2030 beginnen soll. Garzweiler und Inden folgen sechs Jahre später.

RWE hat bereits die Genehmigungen für die Wasserentnahme und den Leitungsbau erhalten. Noch ausstehend ist jedoch die Freigabe für die Einleitung von Wasser in den Tagebau Hambach. Der Vorstand des Unternehmens, Lars Kulik, nannte die Pipeline ein "Symbol für Verlässlichkeit und Zukunftschancen" und verwies auf die Entstehung neuer Seen und Lebensräume.

Die Befüllung der Seen wird 40 Jahre dauern, und es werden weitere Jahrzehnte vergehen, bis das Rheinwasser sie dauerhaft speist. Elsdorfs Bürgermeister Andreas Heller erhofft sich durch den zukünftigen "Elsdorfer See" eine Steigerung des Bekanntheitsgrads der Stadt. Doch nicht alle sind überzeugt: Umweltverbände wie der BUND und die Initiative "Alle Dörfer bleiben" äußern Bedenken hinsichtlich der Wasserqualität und möglicher Kontaminationsrisiken.

Kritiker warnen zudem vor grundsätzlichen Problemen. Andreas Büttgen von der Gruppe "Bürirer für Bürir" befürchtet, RWE könnte das Flutungsvorhaben sogar ganz aufgeben. Der Konzern hingegen bestätigte, dass über Hambach, Garzweiler und Inden hinaus keine weiteren großen Tagebaue in der Region zu Seen umgewandelt werden sollen.

Ziel des Projekts ist es, das Rheinische Revier neu zu gestalten, indem aus ehemaligen Abbaugebieten Freizeit- und Tourismuszentren entstehen. Die Flutung beginnt 2030, doch die vollständige Umwandlung wird Jahrzehnte in Anspruch nehmen. Derzeit liegt der Fokus auf der Erteilung der letzten Genehmigungen und dem Bau der Pipeline.

Quelle