RAW-Gelände in Berlin: Kulturoase zwischen Räumung und Neubauten
Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes steht auf dem Spiel. Was einst ein Bahn-Instandhaltungswerk der Reichsbahn war, hat sich zu einem pulsierenden Kulturzentrum entwickelt – mit Konzertlocations, einem Biergarten, einer Skatehalle, einer Boulderhalle, Lagerhallen, einem Weihnachtsmarkt und einem Flohmarkt. Doch nun ist das langfristige Überleben des Geländes durch einen erbitterten Streit zwischen dem privaten Eigentümer und der Stadt bedroht.
Das RAW-Gelände diente ursprünglich der Wartung von Reichsbahn-Zügen. Nach dem Fall der Berliner Mauer wurde es aufgegeben und zu einem beliebten Treffpunkt für Clubs, Konzerte und Freizeitaktivitäten umgestaltet. Heute beherbergt es eine Vielzahl von Betrieben, darunter den Club Cassiopeia, der nun räumen muss. Eine Zwangsräumung könnte bereits nächste Woche drohen.
Die Kurth Gruppe, die private Eigentümerin des Geländes, wirft der Berliner Stadtregierung vor, frühere Absprachen gebrochen zu haben. Sie fordert schnellere Baugenehmigungen, um mit dem Bau von Wohnungen zu beginnen. Streitpunkt ist, wie viele Wohnungen entstehen sollen – und ob die historischen Hallen, in denen Clubs und Kulturstätten untergebracht sind, erhalten bleiben.
Der Senat und der Bezirk haben unterdessen zu weiteren Gesprächen aufgerufen. Ihr Ziel: den einzigartigen Charakter des RAW-Geländes zu bewahren, ohne die Entwicklungspläne aus den Augen zu verlieren.
Der Konflikt gefährdet die kulturelle und soziale Bedeutung des Areals. Der Club Cassiopeia und andere Mieter könnten bald ihre Räume verlieren. Die Verhandlungen werden entscheiden, ob dieser ikonische Berliner Ort seinen Charakter behalten kann – oder ob er durch Neubauten neu geprägt wird.
