23 March 2026, 19:10

Proteste gegen Rodung des "Sünderwäldchens" im rheinischen Revier eskalieren

Schwarzes und wei├čes Foto eines Kohlebergbaus mit Geb├Ąuden, Masten und B├Ąumen im Hintergrund und Text unten.

Was Sie über die Rückführung des 'Sündlichen Waldes' wissen müssen - Proteste gegen Rodung des "Sünderwäldchens" im rheinischen Revier eskalieren

"Sünderwäldchen" wird gerodet – Aktivistenproteste im rheinischen Braunkohlerevier

Ein kleines Waldstück mit dem Namen "Sünderwäldchen" soll in der Nähe des Tagebaus Hambach im rheinischen Revier gerodet werden. Das nach alten Erzählungen über heimliche Treffen benannte Gelände weicht einem künftigen See – Teil eines größeren Plans, ehemalige Abbaugruben bis 2030 in Gewässer umzuwandeln. Doch die Räumung von Aktivisten, die das Gebiet besetzt halten, hat die Debatte über Umweltschutz und industrielle Entwicklung neu entfacht.

Das Schicksal des Waldes war im Januar besiegelt worden, als das Oberverwaltungsgericht Münster entschied, dass die Rodung keine Artenschutzgesetze verletze. Die Richter sahen trotz der Betroffenheit von 13 geschützten Arten – darunter das Bechstein-Fledermaus – keine erhebliche Gefahr für die Tierwelt. Der Energiekonzern RWE, der das Projekt leitet, versichert, alle notwendigen Prüfungen und Genehmigungen lägen vor, einschließlich Maßnahmen zur Umsiedlung von Fledermäusen, Vögeln und anderen Tieren.

Die Fällarbeiten sollten am 1. Oktober beginnen, doch besetzende Aktivisten blockierten die Rodung. Erst eine großangelegte Polizeiaktion am 20. Oktober räumte das Gelände und ermöglichte die Fortsetzung der Arbeiten. RWE begründet die Rodung damit, dass der im Wald gewonnene Kies für die Stabilisierung der Uferböschungen des geplanten Sees unverzichtbar sei.

Kritiker, darunter der Umweltverband BUND NRW, betonen, der Wald sei ein funktionsfähiges Ökosystem mit symbolischer Bedeutung. Sie zweifeln an, ob das abgebauten Material tatsächlich für den See benötigt wird – oder etwa für Projekte wie eine Yachthafen-Anlage. Anders als bei den Protesten um den Hambacher Forst, die sich gegen den Kohleabbau und den Klimawandel richteten, dreht sich dieser Konflikt um Flächennutzung und Naturschutz, nicht um fossile Brennstoffe.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Das "Sünderwäldchen" wird bald verschwinden und einem See weichen – als Teil der Nachnutzung des rheinischen Braunkohlereviers. Während RWE auf die Einhaltung aller rechtlichen und ökologischen Auflagen pocht, halten Gegner die Rodung für unnötig. Die Auseinandersetzung zeigt einmal mehr die Spannungen zwischen industrieller Nachnutzung und dem Erhalt natürlicher Lebensräume.

Quelle