NRW vor riskanten Castor-Transporten: Sicherheitslücken und Proteste drohen
Susanne BachmannNRW vor riskanten Castor-Transporten: Sicherheitslücken und Proteste drohen
Nordrhein-Westfalen steht vor einer großen logistischen Herausforderung, während die Pläne voranschreiten, 152 Castor-Behälter mit atomarem Abfall vom Forschungszentrum Jülich zum Zwischenlager Ahaus zu verbringen. Die Aktion wirft Fragen nach überlasteten Transportrouten, unklaren Sicherheitsvorschriften und möglichen Protesten von Gegnern der Transporte auf.
Die Verkehrsinfrastruktur zwischen Jülich und Ahaus ist bereits stark belastet, mit nur wenigen zuverlässigen Strecken. Gegner der Atomtransporte beobachten diese Schwachstellen genau – und befürchten, dass sie genutzt werden könnten, um die Operation zu behindern.
Patrick Schlüter, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), fordert dringend Antworten auf offene Fragen zu den geplanten Transporten. Er wies darauf hin, dass Beamte bei früheren Castor-Transporten nur kurz in der Nähe der Behälter eingesetzt werden durften und nicht einmal als Begleitung fungieren konnten. Unklar ist, ob diese Einschränkungen auch diesmal gelten werden.
Ein detaillierter Arbeitsschutz- und Strahlenschutzplan, der von allen Beteiligten abgestimmt werden muss, steht noch aus – ohne ihn kann kein Transport beginnen. Schlüter geht angesichts der aktuellen Verzögerungen und Unsicherheiten davon aus, dass im November voraussichtlich keine Transporte stattfinden werden. Unterdessen bereiten sich die Behörden auf großangelegte Polizeieinsätze zu Beginn der Aktion vor; die Vorbereitungen laufen bereits bei der Polizeidirektion Münster. Gleichzeitig wird mit möglichen linksextremen Protesten gerechnet, von denen einige gewalttätig verlaufen könnten.
Ob und wann die Verbringung der 152 Castor-Behälter tatsächlich stattfindet, hängt nun davon ab, ob in den kommenden Wochen die Sicherheits- und Logistikprobleme gelöst werden. Die Einsatzbereitschaft der Polizei und mögliche Störungen durch Aktivisten werden eine entscheidende Rolle spielen.






