NRW verschärft Regeln gegen Gewalt und Disziplinprobleme an Schulen
Katarzyna WirthNRW verschärft Regeln gegen Gewalt und Disziplinprobleme an Schulen
Nordrhein-Westfalen führt schärfere Maßnahmen gegen Gewalt und Störungen an Schulen ein
Nordrhein-Westfalen will mit strengeren Regelungen gegen die zunehmende Gewalt und Disziplinprobleme an Schulen vorgehen. Die Landesregierung hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der Lehrkräften und Schulleitungen mehr Befugnisse einräumt, um schneller gegen Fehlverhalten vorzugehen. Aktuelle Zahlen zeigen, dass 43 Prozent der Schulen in der Region körperliche Übergriffe melden – deutlich mehr als der Bundesdurchschnitt von 35 Prozent.
Die geplanten Reformen sind eine Reaktion auf jahrelange wachsende Sorgen um die Sicherheit an Schulen. Eine Umfrage aus dem Jahr 2023 ergab, dass 73 Prozent der Schulleiter in Nordrhein-Westfalen in den vergangenen fünf Jahren mit Gewalt gegen Lehrkräfte konfrontiert waren. Das neue Gesetz soll diese Probleme angehen, indem es den Schulen erweiterte rechtliche Handlungsmöglichkeiten bietet.
Konkrete Maßnahmen im Entwurf Nach dem Gesetzentwurf erhalten Schulen klarere Richtlinien für "erzieherische Einwirkungen". Dazu gehört die vorübergehende Umverteilung von Schülerinnen und Schülern in andere Klassen oder der Ausschluss vom Unterricht für bis zu zwei Tage. Bei schwerwiegenderen Vorfällen können Disziplinarmaßnahmen verhängt werden, die den Ausschluss von bestimmten Fächern, Kursen oder Schulveranstaltungen für bis zu vier Wochen vorsehen.
Schulleitungen erhalten zudem die Befugnis, Schülerinnen und Schüler sofort von der Schule zu verweisen, wenn deren Verhalten eine ernste Gefahr für andere darstellt oder den Schulbetrieb massiv stört. Das Bildungsministerium betont, dass jede Krise eine individuelle Lösung erfordere, da es keine Patentlösung für alle Situationen gebe. Ziel ist es, Lehrkräften mehr Sicherheit und Handlungsspielraum bei Bedrohungen oder gewalttätigen Vorfällen zu geben.
Die Reformen präzisieren bestehende Regelungen, ohne grundlegend neue Instrumente einzuführen. Zwar erkennt das Land die Dringlichkeit des Problems an, doch fehlen bisher vergleichende Daten zu anderen Bundesländern oder detaillierte Angaben zu bereits laufenden Anti-Gewalt-Programmen.
Schnellere Reaktionen, klarere Regeln Mit den Änderungen erhalten Schulen in Nordrhein-Westfalen mehr Spielraum, um Störungen und Gewalt effektiver zu bekämpfen. Lehrkräfte und Schulleitungen können künftig zügiger handeln – mit klaren Vorgaben für Ausschlüsse und disziplinarische Maßnahmen. Das Gesetz soll in Kraft treten, sobald der Landtag ihm zugestimmt hat.






