22 March 2026, 20:44

Newroz in Berlin: Wie ein Frühlingsfest zum Zeichen des Widerstands wird

Eine nächtliche Straßenansicht in Berlin am Silvesterabend mit Gebäuden, Bäumen, Laternen, Verkehrszeichen, Schildern, Zelten, Menschen und einem prächtigen Feuerwerk am Himmel.

Newroz in Berlin: Wie ein Frühlingsfest zum Zeichen des Widerstands wird

Berlin feiert Newroz: Frühlingsfest mit persischem Neujahr und zwei kulturellen Highlights am Wochenende

Dieses Wochenende steht Berlin ganz im Zeichen von Newroz, dem traditionellen Frühlingsfest zum persischen Neujahr. Zwei große Veranstaltungen widmen sich dem Anlass: Das Humboldt Forum begeht das Fest erstmals mit einem familienfreundlichen Programm aus Musik, Tanz und handwerklichen Traditionen. Gleichzeitig setzt das Haus der Kulturen der Welt mit einer Hommage an die persische Kultur und weibliche Künstlerinnen ein Zeichen des Widerstands und der Bewahrung kulturellen Erbes.

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Im Rahmen seines jährlichen Programms "Beziehungen: Familie" präsentiert das Humboldt Forum Newroz als ein interkulturelles Familienfest. Sieben Berliner Vereine bringen Bräuche kurdischer, zentralasiatischer, usbekischer, iranischer und afghanischer Gemeinschaften auf die Bühne. Besucher können sich an Kitedekoration, Eierbemalung und traditionellen Tänzen beteiligen oder Konzerte mit klassischer Musik und kurdischem Rock erleben.

Newroz – auch Nowruz genannt – ist tief in der Kultur verwurzelt, wird in einigen Ländern jedoch unterdrückt. In Afghanistan ist das Fest offiziell verboten, im Iran eingeschränkt, wo das islamistische Regime öffentliche Feiern immer wieder verbietet. Trotzdem zeigen Videos aus dem Iran Menschen, die trotz aller Repression mutig über Feuer springen – ein traditionelles Ritual zum Frühlingsbeginn.

Im Haus der Kulturen der Welt hat Kuratorin Ava Irandoost den Fokus auf persische Kultur und Künstlerinnen gelegt. Die Veranstaltung thematisiert Nowruz als Akt des Widerstands gegen die Unterdrückung im Iran, wo die Behörden in diesem Jahr besonders hart durchgreifen. Eine Podiumsdiskussion unter dem Titel "Nowruz zwischen Schmerz und Hoffnung: Iranische und afghanische Perspektiven" lotet die Bedeutung des Festes in Zeiten des Leidens aus.

Offiziell gilt Nowruz in sechs Ländern als nationaler Feiertag: im Iran, in Aserbaidschan, Afghanistan, Kasachstan, Kirgisistan und in der Autonomen Region Kurdistan im Nordirak. Politische Gründe führten jedoch zu Einschränkungen – etwa durch die Taliban, die in Afghanistan in den späten 1990er- und frühen 2000er-Jahren vorislamische Traditionen unterdrückten.

Die Berliner Veranstaltungen vereinen vielfältige Bräuche und erinnern an die widerständige Geschichte des Festes. Trotz politischer Repression in einigen Regionen wird Newroz weiter gefeiert. Das Wochenende bietet die Gelegenheit, seine kulturelle Fülle hautnah zu erleben.

Quelle