Kölner Dom plant erstmals Eintrittsgeld – Kritik von Dombaumeisterin
Susanne BachmannEhemaliger Dom-Architekt kritisiert geplante Eintrittspreise für Kölner Dom - Kölner Dom plant erstmals Eintrittsgeld – Kritik von Dombaumeisterin
Kölner Dom könnte erstmals Eintrittsgeld verlangen
Der Kölner Dom könnte bald erstmals eine Eintrittsgebühr für Besucher erheben. Der Plan, der in der zweiten Jahreshälfte in Kraft treten soll, stößt auf scharfe Kritik von Barbara Schock-Werner, der ehemaligen Dombaumeisterin. Sie warnte, ein solcher Schritt könnte die Rolle des Doms in der Stadt verändern und den Zugang zu diesem historischen Ort einschränken.
Das UNESCO-Weltkulturerbe zieht jährlich rund sechs Millionen Besucher an und zählt zu den berühmtesten katholischen Kirchen der Welt. Hier werden die Reliquien der Heiligen Drei Könige aufbewahrt. Für viele ist die Stadt Köln ohne ihren majestätischen Dom kaum vorstellbar.
Schock-Werner bezeichnete die geplante Gebühr als "sehr problematisch". Sie argumentierte, dass Eintrittsgelder den Dom zu einem Ort machen könnten, der nur noch Wohlhabenden zugänglich ist. Aus ihrer Sicht stehe das Bauwerk für ein "missionarisches Angebot der Kirche", das alle Menschen in seine prächtigen Räume einladen solle.
Zwar räumte sie ein, dass zusätzliche Finanzmittel nötig seien, betonte jedoch, dass eine Eintrittsgebühr die kulturelle und spirituelle Bedeutung des Doms untergraben könnte. Die öffentliche Reaktion auf ähnliche Pläne an anderen deutschen Wahrzeichen war bisher gespalten. Frühere Debatten über Gebühren an Domen und Burgen sahen oft Widerstand von lokalen Gemeinschaften und Denkmalschutzgruppen, die sich gegen Zugangsbeschränkungen aussprachen.
Die genaue Höhe der Eintrittsgebühr steht noch nicht fest. Sollte sie eingeführt werden, wäre dies ein bedeutender Wandel für einen Ort, der seit langem der Öffentlichkeit offensteht. Die Verantwortlichen müssen nun abwägen zwischen finanziellen Notwendigkeiten und der Sorge um Zugänglichkeit sowie die identitätsstiftende Rolle des Doms für Köln.