Klimaproteste am Flughafen Köln/Bonn: Hohe Kosten und Anklagen für Aktivist:innen
Katarzyna WirthKlimaproteste am Flughafen Köln/Bonn: Hohe Kosten und Anklagen für Aktivist:innen
Landgericht Köln erhält Anklagen gegen Klimaproteste am Flughafen Köln/Bonn
Das Landgericht Köln hat Anklageschriften für zwei Protestaktionen von Klimaktivist:innen am Flughafen Köln/Bonn erhalten. Die Vorfälle hatten im Juli und August zu erheblichen Behinderungen des Flugbetriebs geführt. Nun prüfen die Behörden die finanziellen und rechtlichen Folgen der Proteste.
Bei der ersten Aktion am 24. Juli 2024 sollen sich fünf Aktivist:innen laut Vorwurf auf eine Startbahn geklebt und den Flugverkehr für drei Stunden lahmgelegt haben. Jede der fünf Personen muss nun mit Kosten in Höhe von etwa 4.100 Euro rechnen.
Ein zweiter Protest ereignete sich am 15. August, als sich zwei Personen angeblich an einer Zufahrtsstraße zu einer Startbahn festsetzten und den Flugbetrieb für rund eine Stunde unterbrachen. Den beiden Protestierenden drohen Forderungen von jeweils knapp 3.250 Euro.
Insgesamt wurden sechs Personen wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs im Zusammenhang mit den beiden Vorfällen angeklagt. Über die Einleitung eines förmlichen Verfahrens wurde noch nicht entschieden, ein Prozesstermin steht ebenfalls noch aus. Der Flughafen Köln/Bonn beziffert die vorläufigen Schäden auf etwa 125.000 Euro, während die Fluggesellschaft Eurowings ihre Verluste vorläufig auf rund 284.000 Euro schätzt. Sowohl der Flughafen als auch die Airline kündigten an, Schadensersatz für die finanziellen Auswirkungen geltend zu machen.
Die Behörden bestätigten, sich weitere Schadensersatzforderungen vorbehalten zu wollen. Das rechtliche Verfahren läuft noch, ein zeitnaher Abschluss ist nicht absehbar. Die Proteste haben bereits jetzt zu erheblichen finanziellen Belastungen für die Beteiligten geführt.
