20 March 2026, 16:34

Junge Menschen verlieren das Vertrauen in die Demokratie – was jetzt helfen könnte

Ein Plakat mit der Aufschrift "Mangelnde Bildung: Der Teufelskreis" mit chaotischen Bildern von verschiedenen Menschen und fetter schwarzer Schrift.

Junge Menschen verlieren das Vertrauen in die Demokratie – was jetzt helfen könnte

Eine neue Studie aus Nordrhein-Westfalen zeigt eine wachsende Unzufriedenheit mit der Demokratie unter jungen Menschen. Nur noch 35 % der 14- bis 18-Jährigen geben an, mit der Funktionsweise der Demokratie zufrieden zu sein – ein Rückgang gegenüber 42 % im Jahr 2022. Die Ergebnisse verdeutlichen zudem einen Anstieg undemokratischer Einstellungen: Fast die Hälfte der Befragten befürwortet die Idee einer einzigen dominierenden politischen Partei.

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Der Bericht unterteilt die Bevölkerung in drei Gruppen: "Demokraten", "fragile Demokraten" und "Demokratiegegner". Besonders bei unter 45-Jährigen ist die Unterstützung für die Demokratie stark gesunken, mit den niedrigsten Werten in der Altersgruppe der 19- bis 29-Jährigen. Nur noch 47 % der jungen Menschen sind der Meinung, dass die Demokratie in der Praxis gut funktioniert.

Die klassische politische Bildung an Schulen vermag es nicht, der rasanten Verbreitung extremistischer Inhalte im Internet entgegenzuwirken. Junge Menschen stoßen in sozialen Medien, Chatgruppen und Gaming-Communities auf radikale Botschaften, was ihre Radikalisierung beschleunigt. Bundesbildungsministerin Karin Prien äußerte Besorgnis über die zunehmende Frauenfeindlichkeit, Gewaltbereitschaft und Extremismus unter Jugendlichen.

Trotz dieser Herausforderungen wünschen sich 76 % der jungen Menschen und jungen Erwachsenen, dass politische Themen stärker im Schulunterricht behandelt werden. Der Bericht betont, dass Schulen ein zentraler, aber bisher ungenutzt bleibender Ort für die Vermittlung demokratischer Kompetenzen sind. Gefordert wird eine stärkere politische Bildung, um die Lücken zu schließen, die durch veraltete Lehrmethoden entstanden sind.

Der Rückgang der Demokratiezufriedenheit und der Aufstieg extremistischer Ansichten zeigen dringenden Handlungsbedarf bei der modernen politischen Bildung. Schulen gelten als entscheidender Raum zur Förderung demokratischer Werte, doch die aktuellen Ansätze kommen mit den Entwicklungen nicht mit. Die Studienergebnisse legen nahe, dass sich der Trend der schwindenden Demokratieunterstützung unter Jugendlichen ohne Gegenmaßnahmen weiter verschärfen könnte.

Quelle