25 March 2026, 10:28

Historischer Cum-Ex-Prozess in Siegburg: Millionenbetrug vor Gericht

Altes Buch mit dem Titel "Berichte über ausgew├Ąhlte F├Ąlle vor den Gerichten von Westminster-Hall sowie die Meinung von John Lord Fortescue" aufgeschlagen auf einer Seite mit schwarzer Tinte.

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Die Angeklagten werden beschuldigt, sogenannte Cum-Ex-Geschäfte organisiert zu haben – ein System, das Gesetzeslücken ausnutzte, um Steuern zurückzufordern, die niemals tatsächlich gezahlt wurden. Laut Staatsanwaltschaft umfasste das Schema schnelle Aktientransaktionen um Dividendenausschüttungstermine, wodurch mehrere Beteiligte zu Unrecht Erstattungen beanspruchen konnten. Der Prozess folgt jahrelangen Ermittlungen, darunter die Beschlagnahmung von Bankdaten zwischen 2021 und 2022. Doch einige Fälle drohen nun wegen Verjährungsfristen eingestellt zu werden.

Das Gericht hat mindestens 53 Verhandlungstage angesetzt; das Verfahren soll voraussichtlich bis Mitte Dezember dauern. Noch in diesem Jahr könnten bis zu sieben weitere Anklageschriften hinzukommen, was auf weitere juristische Schritte gegen Beteiligte ähnlicher Machenschaften hindeutet. Dieser Prozess ist einer von nur zwei neuen Cum-Ex-Verfahren, die bis Ende 2026 in Deutschland beginnen sollen – beide mit Sitz in Bonn. Die Behörden kämpfen weiterhin mit unvollständigen Auswertungen der beschlagnahmten Finanzunterlagen.

Rechtsexperten weisen darauf hin, dass die Komplexität der Geschäfte und die Menge an Beweismaterial die Ermittlungen verzögert haben. Trotz dieser Herausforderungen bleiben die Staatsanwälte darauf fokussiert, verlorene Steuereinnahmen zurückzuholen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Der Fall unterstreicht die anhaltenden Bemühungen, Finanzbetrugsnetzwerke zu zerschlagen, die einst fast straffrei in europäischen Märkten agierten.

Das Urteil in diesem Verfahren könnte Präzedenzcharakter für künftige Cum-Ex-Prozesse haben – es geht um Millionen an Steuereinnahmen. Bei einer Verurteilung drohen den Angeklagten erhebliche Strafen, darunter Geldbußen und Haft. Die Verhandlung zeigt zudem, dass deutsche Behörden trotz Verzögerungen weiterhin hochkarätige Finanzverbrechen der vergangenen Jahrzehnte verfolgen.

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